Zweifelhafter Gewinn
In Verdis 1862 für St. Petersburg komponierter Oper «La forza del destino» macht das Schicksal Überstunden. Gleich zu Beginn löst sich aus der Pistole des Mestizen Alvaro unbeabsichtigt ein Schuss und trifft den Marchese di Calatrava tödlich. Dem Fluch des Sterbenden fallen – nach einer Kette von absurden Fügungen des Schicksals – im Schlussbild nacheinander sein Sohn Don Carlo und seine Tochter Leonora zum Opfer. Am Ende gibt Alvaro, der unglückliche Auslöser der chaotischen Verstrickungen, sich selbst den Tod.
Vor den herbeieilenden Mönchen des Klosters, in das der Friedlose sich zurückgezogen hat, bezeichnet er sich als Abgesandter der Hölle, verflucht die Menschheit und stürzt sich in eine Schlucht. Den entsetzten Mönchen bleibt angesichts dieser Unausweichlichkeit des Schicksals nur ein ohnmächtiges «Orrore! Pietà, Signor!».
Zwei Morde und ein Selbstmord auf offener Bühne – finsterer, auswegloser und verstörender endet keine andere Oper Verdis. Verständlich, dass das Werk trotz seiner bis zum Frivolen ausgereizten Kloster-, Lager- und Wirtshausszenen beim zeitgenössischen Publikum durchfiel – eine Abwehrhaltung, der Verdi für die Aufführung an der Mailänder Scala 1869 mit ...
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Russisch-orientalisches Märchenspiel oder politische Farce? Rimsky-Korsakows «Goldener Hahn» bietet die beiden Schichten fast deckungsgleich, und so stellt sich für jeden Regisseur die Frage, ob das eine, ob das andere auf der Agenda steht. Die Versuchung des Politischen ist meist größer als die des Märchens. So auch in Kassel, wo Andrea Schwalbach die Oper ins...
Dieses Buch kann ich nicht genug rühmen; es enthält die holdseligsten Blüthen des deutschen Geistes und wer das deutsche Volk von seiner liebenswürdigen Seite kennen lernen will, der lese diese Volkslieder. […] Auf dem Titelblatte jenes Buches ist ein Knabe, der das Horn bläst; und wenn ein Deutscher in der Fremde dieses Bild lange betrachtet, glaubt er die...
