Zum Theater kann man auch schwimmen
Normalerweise beginnt Wagners «Ring» damit, dass drei mehr oder weniger gut gebaute Damen in den Tiefen des Rheins einen Zwerg anmachen und sofort wieder abstoßen. Seit Patrice Chéreaus Deutung ist der Rhein oft vertrocknet oder einfach ein Bordell, was schade ist, aber der Musik nicht widerspricht. Wagner hat zwar die Entstehung des Lebens vom Nullpunkt (dem tiefen «Es») auskomponiert, doch muss vor Beginn der Handlung einiges passiert sein, etwa Wotan und seinen Speer und die Weltenesche betreffend.
Im schwedischen Karlstad ist der Rhein kein Bordell, sondern eine mit Laserlicht und ein bisschen Trockeneisnebel angerichtete Grünzone, die man als Unterwasserwelt annehmen kann. Drei Damen spielen darin Schwimmen. So bleibt es bei diesem «Ring»: Die Szene wird erzählen, sie wird sich an die Geschichte halten und dabei neue Technik für irgendwie altvertraute Bilder nutzen. Eine Deutung, ein Sich-Verhalten zur Tetralogie oder gar dramaturgisches Vorpreschen, Innovationsgier wird man vergeblich suchen. Und das will auch gar niemand hier in Värmland an der Nordküste von Schwedens größtem See, dem Vänern. Die Opernfreunde, die sich im verplüschten Theaterchen auf 400 Plätzen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Stephan Mösch
Zum Ende der letzten Spielzeit sorgten Giacomo Meyerbeers «Les Huguenots» für Aufsehen. Zu Beginn der neuen Spielzeit kommen zwei weitere seiner bislang generell nur selten gespielten Opern auf die Bühne: «L’Africaine» in Würzburg und «Robert le Diable» in Erfurt.
Wo steht das «Opernhaus des Jahres»? Wer ist «Sänger des Jahres»? Wie jedes Jahr wird das «Opernwelt»-J...
ARTE
1./7./13./19.9. – 6.00 Uhr
Beethoven: Hammerklaviersonate.
Verbier Festival 2008. Jean-Frédéric Neuburger.
2./8.9. – 6.00 Uhr
Annette Dasch und die Gretchenfrage.
Konzert mit ausgewählten Arien aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz. Münchner Rundfunkorchester, Marc Piollet.
4.9. – 6.00 Uhr
19.9. – 5.00 Uhr
Die nächste Generation.
Film von Mark Kidel über Alfred...
Durchaus ein wenig operettenhaft ist die Geschichte des Lehár Festivals in Bad Ischl. Vor 50 Jahren begann man am zentralen Wirkungsort des Komponisten mit sommerlichen Festspielen, doch finanzielle Schieflagen und ein Brand des Theaters stellten die Zukunft immer wieder in Frage. 1998 spielte man in einem Eissportstadion, ein Jahr später eröffnete das renovierte...
