Zeitgenössische Vokalmusik aus 70 Jahren
Die instrumentalen Partituren von Adriana Hölszky wirken mit ihren dauererregten, chaotisch zerfaserten Texturen immer schon wie ein Klangtheater, das sich mit surreal anmutenden Bildwelten seine eigene Szenerie schafft. Doch in Verbindung mit einer Bühneninszenierung werden noch einmal ganz andere Schichten freigelegt. So geschehen mit der Komposition «Roses of Shadow» für Sopran und Ensemble, die vor Kurzem von Martin Schläpfer für das Ballett am Rhein Düsseldorf/ Duisburg choreografiert wurde; Ausschnitte daraus sind im Internet zu sehen.
Der Bilderreichtum der Musik pur zeigt sich in der Aufnahme mit einem Instrumentalensemble unter der Leitung von Wen-Pin Chien und der mit allen Wassern zeitgenössischer Vokalkunst gewaschenen Sopranistin Angelika Luz. Das Werk, das einen Text nordamerikanischer Indianer mit einem Shakespeare-Sonett verknüpft, ist von hoher Einfallsdichte, die musikalische Rede reicht von der Empörung bis zur Groteske und kann auch unvermutet in Komik kippen. Das zweite Werk auf der technisch vorzüglich produzierten SACD ist «Message» nach Eugène Ionesco für drei Vokalisten mit Zusatzinstrumenten und Live-Elektronik. Die Aufnahme ist aus einem Guss und ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Max Nyffeler
Er war ein Romantiker reinsten Wassers. Schon früh hatte Barry McDaniel seine künstlerische Heimat gefunden: in den Liedern von Schumann, Wolf, Brahms, vor allem aber bei Schubert. «Ich fühlte von Anfang an eine tiefe Verbundenheit und eine Seelenverwandtschaft», bekannte er im Begleitheft zur «Winterreise», die er 1972 mit Aribert Reimann in London aufgenommen...
Wer ist dieser Blaubart mit seinen sieben verschlossenen Türen, seinen blutbesudelten Waffen und seinen untoten Ex-Frauen? Ein Psychopath oder ein ganz normaler Typ? Trägt Judith an allem die Schuld, weil sie zu viele Fragen stellt? Sind wir gar alle ein bisschen Blaubart? Mit Janáćeks «Schlauem Füchslein», seiner ersten abendfüllenden Operninszenierung an La...
Herr Kaiser, 30 Jahre Freiburger Barockorchester: Das ist nicht zuletzt die Geschichte einer intensiven Beschäftigung mit dem Musiktheater. Auch in Zukunft?
Wir haben in all den Jahren gemerkt, wie wichtig der musikalische Part eines Orchesters in der Oper ist. Wir fühlen uns sehr wohl im Graben. Wir haben in den drei Jahren als Residenzorchester des Festivals in...
