Wirkung ohne Ursache
Dem Typus des egomanischen, seine Ziele passioniert und rücksichtslos verfolgenden Künstlers begegnen wir in Erinnerungen des Benvenuto Cellini ebenso wie in den Memoiren von Hector Berlioz. Beide, das Renaissance-Genie und der romantische Künstler, bewunderten die Meister der Vergangenheit, beide kämpften um neue Methoden und Formen.
In Cellinis Bericht über den Guss der Perseus-Statue gipfeln die Memoiren, so wie die Oper von Berlioz ihren Höhepunkt erreicht, wenn Cellini alle seine Werke um des einen Meisterwerkes willen – die berühmte Perseus-Statue, die seit dem Jahr 2000 wieder in der Florentiner Loggia di Lanzi zu bewundern ist – in den Schmelzofen werfen lässt.
Als der Komponist sich vierzehn Jahre nach der missglückten Uraufführung seines «Benvenuto Cellini» dem alle Normen sprengenden Werk erneut zuwandte, schrieb er: «Ich habe gerade meine arme Partitur sorgfältig und mit größter Unparteilichkeit wieder gelesen und komme nicht um die Feststellung herum, dass sie eine Vielfalt von Ideen enthält, eine Vitalität und einen Schwung und vor allem eine Brillanz musikalischer Farben, die ich wohl nie wieder erreichen werde». Im Verlauf der Aufführungs- oder besser: der ...
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In Berlin war er eine Institution: Helmut Krebs, der als junger Sänger 1938 zuerst an die Städtische Oper in Charlottenburg engagiert wurde und diesem Haus, der späteren Deutschen Oper, ein Leben lang, bis zu seinem letzten Auftreten als Alter Sträfling in Janáceks «Aus einem Totenhaus» in den späten achtziger Jahren, treu geblieben ist. Ein halbes Jahrhundert...
Eine ziemlich degenerierte Gesellschaft sind sie schon, diese Götter: Wotan, der ständig abwiegelnde smarte Schwächling; Fricka, sein moralinsaures Eheweib; Donner, der aufbrausende Hohlkopf; Froh, der eitle Fant. Anthony Pilavachi arbeitet, zum Teil in zusätzlich eingefügten stummen Begegnungen, mit seinen Darstellern scharfe Charakterporträts heraus und führt sie...
Claude Debussys einzige Oper gehört mehr als hundert Jahre nach ihrer Entstehung noch immer zu den großen Herausforderungen des Musiktheaters. Jossi Wieler und Sergio Morabito haben in ihrer zuletzt in Stuttgart gezeigten Inszenierung (siehe OW 6/2007) das am «Kreuzungspunkt von alltäglicher Rede und depressivem Schweigen» (Julia Kristeva) angesiedelte Stück...
