Wir sind die Helden der Tragödie
Sie sind zur Zeit gewissermaßen von Ihren Namensvettern umstellt: Vor Ihrem Partiedebüt mit dem Don Carlo di Vargas in «La forza del destino» im März an der Wiener Staatsoper sangen Sie im «Don Carlos» in Valencia den Rodrigo, Marchese di Posa: zwei ziemlich gegensätzliche Charaktere. Welcher der beiden ist Ihrem Herzen näher?
Haben Sie mehrere Kinder? Welches würden Sie vorziehen? Schwer, nicht? Ich habe zwei. Und wie mit ihnen geht es mir mit diesen Partien.
Es ist ja überhaupt ein Privileg für mich, als Bariton das Verdi-Repertoire singen zu dürfen; es kommt meiner Stimme ideal entgegen, und daher liebe ich jede Partie, die ich singe. Der Posa war wichtig für meine Karriere, mit ihm habe ich auch 1998 mein Debüt bei den Salzburger Festspielen gegeben. Rodrigo ist ein sehr nobler Charakter auch in seiner Musik, ich genieße die wundervollen Legatobögen, die Partie ist ein Geschenk Verdis an jeden Sänger.
Der Don Carlo in «La forza del destino» hingegen ist vom Charakter her ein Betonkopf, und ein Rassist dazu.
Carlos ist starrsinnig, alle seine Gedanken gelten der Rache, und das muss man auch in der Stimme zeigen. Die Partie gibt einem nicht die Möglichkeit, verschiedene Facetten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es muss eine besondere Bewandtnis haben mit dieser Frau. Denn was sie liebt, ist – sie sagt es, kaum ist die fünfte von Blaubarts Türen geöffnet – «schöner als die schönsten Steine». Kein Reichtum dieser Welt kann Ariane, jenes bezaubernde, märchengleiche Wesen, das noch bei seinem Schöpfer Charles Perrault namenlos war und erst durch Maurice Maeterlinck seine...
Die Renaissance von Luigi Cherubinis «Médée» nach dem Zweiten Weltkrieg ist unauflöslich mit dem Namen von Maria Callas verbunden. Sie besaß die für die monströse Partie notwendige vokale Strahlkraft, verband den antikischen Gestus mit einem hochexpressiven Ausdruck, wodurch die ferne Figur eine subtile psychologische Durchdringung erfuhr, die sie unserem...
Niobe will alles – Macht, Liebe, Unsterblichkeit – und fordert den Himmel heraus. Aber die Götter rächen ihre Hybris, und sie verliert alles: ihre Kinder, den Gatten Anfione, zuletzt das eigene Leben. Versteinerung ist der Preis, den sie für ihren Hochmut bezahlen muss. Maßlos wie die Gestalt der antiken Mythenfigur war auch der Schwetzinger Theaterabend, der...
