Wir hören voneinander!

Calixto Bieito erzählt «Così fan tutte» neu und taucht Mozart in französisches Noir

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«Così fan tutte» gilt ja vielen als das schwächste Stück der Mozart/Da-Ponte-Trias. Warum es also nicht mal auf den Kopf stellen, weiterdenken, variieren? Calixto Bieito hat in Basel einen «Abend ... mit Musik von Mozart» serviert. Wer hingeht, weiß, dass er die Katze im Sack gekauft hat – und will die Katze auch.

Der Graben ist abgedeckt, das Portal mit einem weißen Gazevorhang verhängt, der das
Orchester unter Ryusuke Numajiri und den Chor verbirgt. Davor ein Kingsize-Bett, in dem sich ab und zu etwas regt. Kleider, die in wilder Unordnung auf dem Boden liegen.

Aha, denken wir, alles klar: Sind sicher alle nackt, und gleich holt irgendwer irgendwem einen runter, ist ja schließlich Bieito. Aber nein. Wir steigen zu einem späteren Zeitpunkt ein: Guglielmo ist mit Fiordiligi (Iurii Samoilov und Anna Princeva), Ferrando mit Dorabella (Matthew Newlin und Solenn’ Lavanant-Linke) bereits verheiratet, man sieht’s an ihren Ringen. Offenbar sind sie in ihrer Hochzeitsnacht (schon hier erklingt der späte Jubelchor «Benedetti i doppi coniugi») auf die Idee gekommen, kreuzweise herumzuexperimentieren, und stellen nun fest, dass das ihre Beziehungen vollkommen aus den Angeln gehoben hat. Als ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Wiebke Roloff

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