Wert der Kunst
Der 1837 geborene Hans Sommer war eine Doppelbegabung: erfolgreicher Naturwissenschaftler und Komponist. Erst mit Ende 40 hängte er seinen Direktorenposten an der TU Braunschweig an den Nagel, um sich ganz der Musik zu widmen. In den letzten Jahren hat man peu à peu damit begonnen, Sommers Werke wiederzuentdecken.
Beim Hören der jetzt in Gera aufgeführten romantischen Oper «Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße» – aber auch bei der Auseinandersetzung mit den Liedern und der Kammermusik – fragt man sich verwundert, wie seine Musik überhaupt in Vergessenheit geraten konnte: überraschend der melodische Erfindungsreichtum und musikdramatische Instinkt dieses Komponisten, der sich noch als reifer Mann von Franz Liszt unterrichten und von Richard Strauss Ratschläge in Sachen Orchestrierung erteilen ließ. Dass er glühender Wagnerianer war, hat Sommer nie verleugnet – dennoch versuchte er, sich musikalisch abzugrenzen.
In Gera war die Opernausgrabung Chefsache. GMD Laurent Wagner lotete gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg/Gera die vielschichtige, von einem Netz aus (Leit-)Motiven durchzogene Partitur mit feinem Gespür für deren Spezifik und inneres Tempo aus, die ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Bettina Volksdorf
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Norma hat Angst. Was, wenn ihre verbotene Liebe zu Pollione auffliegt? Aber auch Pollione hat Angst. Die gemeinsamen Kinder sowieso, von Polliones neuer Geliebten Adalgisa ganz zu schweigen. Nadja Loschky zeigt diese Ängste in einer Pantomime zur Ouvertüre, mit klaren Gesten Bellinis Musik folgend, ebenso sensibel wie genau.
Am Ende der Ouvertüre fällt der Vorhang...
Macbeth
Gleich zwei Schweizer Opernhäuser bringen Verdis Shakespeare-Drama heraus. In Zürich spitzen Teodor Currentzis und Barrie Kosky das Stück dunkel zu (mit Markus Brück in der Titelpartie); in Basel widmen sich Erik Nielsen und Olivier Py Macht und Mord.
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