Wenn Hände sprechen
Die Blumen sind schön. Und riesig. Einen ganzen Balkon könnte man mit ihnen schmücken. Oder die größte Vase der Welt. Doch hier, wo es darum geht, die Liebe und ihre Tauglichkeit fürs Leben zu erproben, dienen die langstieligen gelben und fliederfarbenen Schönheiten einzig und allein der Werbung zweier falscher Galane. Also wedeln die Herren Ferrando und Gugliemo, um bald festzustellen, dass sie zwar zum Erfolg kommen, leider aber bei der falschen Frau.
Es hat, gerade in den letzten Jahren, zahlreiche drastische Lösungen für Mozarts «Così fan tutte» gegeben.
Wir wollen sie einmal die Latexlederlösungen nennen. Dabei geriet außer Blick, dass die Musik zwar hier und da eine deutliche und sogar deftige Sprache spricht, dass über weite Strecken in diesem dramma giocoso aber der Tonfall subtiler Süffisanz dominiert, des, wenn man so will, tönend bewegten Augenzwinkerns.
Und genau diesen Tonfall erkennt die Regisseurin Sigrid T’Hooft in ihrer überaus geschmackvollen Inszenierung in Drottningholms Slottsteater. Ihre Aufführung versucht erst gar nicht, eine tiefenpsychologische oder sexualpathologische Deutung zu liefern. T’Hooft bescheidet sich mit der (liebevollen) Darstellung allzu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Jürgen Otten
Überraschend kam die Nachricht nicht: In Prag werden Nationaltheater und Staatsoper zwangsvereint. Ein Desaster? Das hängt davon ab, was man jetzt aus der Situation macht. Seit Längerem war klar, dass es nicht weitergehen konnte wie bisher. In kurzen Abständen wechselten die Intendanten der Staatsoper; im Haus saßen zu 80 Prozent Touristen, mit der Auslastung...
Benjamin Brittens «War Requiem» erlebte seine Uraufführung anlässlich der Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung der im Zweiten Weltkrieg durch deutsche Luftangriffe (Deckname: «Unternehmen Mondscheinsonate»!) zerstörten Coventry-Cathedral. Es ist das Bekenntniswerk eines erklärten Pazifisten. Im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier wurde nun erstmals der Versuch...
Das Österreichische Theatermuseum widmete Gustav Mahler 2010 eine Ausstellung zum 150. Geburtstag (siehe OW 7/2010). Wer die Schau in Wien verpasst hat, kann nun eine wesentlich erweiterte Fassung unter dem Titel «Komponist – Operndirektor – Dirigent. Gustav Mahler in Wien und München» im Deutschen Theatermuseum München erleben (bis 18. September 2011, Dienstag...
