Wenn das Wünschen doch helfen würde!
Ganz schön krass, diese Früchtchen. Berliner Gewächse, allesamt. Kess, ein bisschen vorlaut, selbstbewusst. Prinzessinnen aus der Kiste. «Komische Orange» steht auf der einen, «Staatsorange» auf der zweiten, «Deutsche Orange» auf der dritten. Kichern erwünscht. Robert Carsen hat an der Deutschen Oper Prokofjews absurdes, surrealistisch überdrehtes Opernmaskenspiel nach Carlo Gozzi und Wsewolod Meyerhold als bildersatte Liebeserklärung an Berolina inszeniert – für den kanadischen Regisseur eine der wichtigsten Musen der modernen Theater-, Varieté- und Filmkunst.
Kaum sind die drei Damen den in BSR-Color leuchtenden Gehäusen entstiegen, machen sie schon auf Weltniveau (Bühne: Paul Steinberg; Kostüme: Buki Shiff). Felsensteinisch, in der Landessprache die Erste, auf Ufa-Lindenopern-Diva geföhnt die Zweite, mit geflügeltem Walküre-Germania-Helm die Dritte. Doch nur eine darf laut Libretto überleben – natürlich ist es der weiße Engel aus der größten, der Deutsche-Oper-Kiste. Dafür sorgt der Chor der Spötter, eine umtriebige
Leder-Sponti-Truppe, die sich immer wieder in die Handlung einmischt. Wenigstens in Carsens knallbunter Rallye durch die (Berliner) Theatergeschichte geht so ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Albrecht Thiemann
Bis weit in die 60er-Jahre hinein wurden italienische Opern selbst an den größten deutschen Bühnen in der Landessprache gegeben. Entsprechend waren auch auf dem Schallplattenmarkt deutsch gesungene Querschnitte und Gesamtaufnahmen mit einheimischen Künstlern eine echte Alternative zu den Importen mit Callas, Tebaldi & Co. Die von Herbert von Karajan, später auch...
Herr Pirgu, Sie stammen aus Albanien. Nicht unbedingt das Land der Oper schlechthin!?
Bei uns war immer nur Diktatur.
Aus anderen kommunistischen Staaten sind viele Sänger hervorgegangen.
Aus Albanien kommen nur Geiger. Unser System war so. Schon in die Kindergärten wurden Mitglieder einer Kommission geschickt, um Talente auszusortieren. Ich war sechs Jahre alt, als...
Im französischen 18. Jahrhundert sind noch immer veritable Entdeckungen zu machen. Das beweist die CD-Veröffentlichung zweier Opern von Antoine Dauvergne (1713-1797), dem man in der Literatur zwar als Direktor der Pariser Oper nach 1769, aber nicht als Komponist begegnet. Hercule mourant, eine tragédie lyrique, und La Vénitienne (1768), eine comédie-ballet,...
