Wenn Blut zu Blüten wird

Eine Bildungsreise für Operntouristen: Das Zürcher Kammerorchester zeigt «Meisterwerke der Weltkultur» und holt die Kunqu-Oper in die Schweiz

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Dafür dass man die Zürcher Tonhalle nicht mehr in ers­ter Linie als klassizistischen Musentempel erlebt, sondern als Sinnbild für frisches Musizieren, hat ­David Zinman mit seiner Quirligkeit ­gesorgt. Aber sein Kollege Muhai Tang setzt noch eins drauf: Als Chefdirigent des Zürcher Kammerorchesters setzt er in seiner ers­ten Saison bereits mit dem Mini-Festival «Meisterwerke der Weltkultur» einen ganz eigenen und eigenwilligen Akzent.


Joseph Haydns «L'isola disabitata» stellt er in direkten Kontrast zu der achtzig Jahre früher von Kong Shareng geschriebenen Kunqu-Oper «Tao Hua Shan»; seine Musiker lässt er dabei auf das Reiseensemble der Jiangsu Province Kunqu Opera treffen. Der Erfolg belegt, wie sehr Chinesisches mittlerweile auch im Zürcher Musikleben en vogue ist (und man dafür potente Sponsoren gewinnen kann). Andererseits zeigt das Kinderkonzert zum Abschluss, wie künstlerisch anregend und bereichernd es sein kann, wenn zwei recht unterschied­liche Ensembles gemeinsam auf der Bühne agieren.
Der Stolz der Kunqu-Oper mit ihrer nun sechshundertjährigen Auffüh­rungs­tradition entfaltet sich vor dem verschnörkelten Orgelprospekt der Tonhalle ganz ohne zusätzliche Kulissen in ...

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Opernwelt September/Oktober 2007
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Clemens Prokop

Vergriffen
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