War es so schmählich, was ich verbrach?

Der Dramatiker Tankred Dorst versucht sich als Opernregisseur: der «Ring» in Bayreuth, dirigiert von Christian Thielemann

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Wisst ihr, wie das ward? Just zur Zeit, da Tankred Dorst sich für den Grünen ­Hügel um den «Ring» mühte – was je nach Standpunkt des Betrachters zu altersweiser oder naiver Exegese führte –, präsentierte der abgesprungene Lars von Trier auf der Homepage seiner Produktionsfirma das, was hätte sein können: Ein «Ring» wie ein Film Akira Kurosawas als «Martial-Arts-Genrestück (...), eine simp­le, aber großartige Idee, eine sagenhafte Vorstellung von Aufbruch und Dynamik, von reiner Energie», wie die «Süddeutsche Zeitung» kommentierte.

Es stimmt schon: 2006 wäre vermutlich ein Eckdatum der Geschichte des neuen Bay­reuth geworden – wie 1951, wie 1976. Freilich begründet von Trier per Homepage zugleich den Rückzug vor zwei Jahren: Sein minutiös ausgearbeitetes filmisches Konzept hätte in der unbedingt geforderten Präzision der Umsetzung die Bühnentechnik vermutlich überfordert. «Ich behaupte nicht, dass es unmöglich gewesen wäre, doch durch meinen krank­haften Drang zum Perfektionismus wäre es ganz einfach die Hölle geworden.»
Was vielleicht auch hätte sein können, zeigt Dorsts Arbeitsjournal, das als optisch und haptisch lustvoll aufbereiteter Band rechtzeitig zum Festspielbeginn erschien ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Gerhard Persché

Vergriffen
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