Vorbote, Wegbereiter
Antonio Salieri ist immer noch nicht rehabilitiert, einzelnen Versuchen wie Cecilia Bartolis Arien-Album zum Trotz. Warum?
Mir ist das ein Rätsel. In «La scuola de’ gelosi» hat Salieri einen Schwung, der zum tradierten Bild eines verknöchert-asketischen alten Mannes überhaupt nicht passt. Das in Venedig uraufgeführte Stück war ein Riesenerfolg – mit mehr als 70 Neuinszenierungen zu Salieris Lebzeiten. 30 Jahre lang wurde es in ganz Europa gespielt.
Aber all die giftigen Geschichten rund um Mozarts «Requiem» – das Gerede vom Mord an Mozart, das vor allem Rufmord an Salieri ist – wirken bis heute nach. Ja, wir reden von Rufmord! Salieri wird seine weiße Weste vielleicht nie zurückbekommen. Dabei ist seine Musik prickelnd, oft ungemein komisch und sehr farbig.
Wie erreicht er das genau?
Das Orchester ist eher klein besetzt und damit eigentlich in seinen Klangfarben limitiert: Zwei Oboen und zwei Hörner bilden, neben den Streichern, den Mittelpunkt. In einer Arie ließ Salieri die Oboisten Traversflöte spielen. Später hat er dann Klarinetten eingefügt, und für Aufführungen in Wien schrieb er nicht nur den Bläserapparat teilweise um, weil ihm dort die entsprechenden Musiker zur Verfügung ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 7
von Christoph Vratz
Impressum
57. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752295
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 08.11.2016
Redaktion
Jürgen Otten, Wiebke Roloff
Albrecht...
Rechts steckt die Dame vom Sicherheitsdienst ihre Nase in den Rucksack eines Studenten. Ein Riesenriechorgan aus Latex. Und links an der Saaltür blitzen von der Schulter des Programmverkäufers goldene Epauletten: Das Einlasspersonal, das die schnatternden Massen durch das baubedingt unübersichtliche Foyer schleust, stimmt schon mal auf Schostakowitschs «Nase» ein.
...
Es geht fröhlich zu im ehrwürdigen Teatro alla Scala. Kein Wunder, wo doch zum Ausklang der Spielzeit eine Oper für Kinder auf dem Programm steht: «Ratto dal Serraglio». Es wird gelacht, geschubst und gedrängelt. Die Orchestermusiker werden auf ihrem Weg in den Graben mit brausendem Beifall und zustimmenden Pfiffen begrüßt. Dann verlischt langsam das...
