Von Paris nach Chemnitz
Meyerbeer starb während der Proben seiner Oper L’Africaine. So will es eine weit verbreitete «Homestory», die vom letzten Atemzug weiß, mit dem das Meisterwerk vollendet wurde. Sie setzte sich durch. Leider. Und so war lange und vielfach zu lesen, der am 2. Mai 1864 verstorbene Komponist habe ein Werk hinterlassen, das nur noch zu Ende geprobt und mit dem an der Pariser Opéra üblichen Glamour uraufgeführt werden musste. Tatsächlich – so weiß man seit Veröffentlichung von Meyerbeers letzten Briefen (Giacomo Meyerbeer. Briefwechsel und Tagebücher, Bd. 8 [Berlin u. a. 2006], S.
610) – stand die Uraufführung noch in den Sternen. Meyerbeer und sein Librettist Scribe hatten den Vertrag über L'Africaine 1837 abgeschlossen. Immer wieder wurde das Projekt hinausgeschoben, immer wieder darüber in der Presse sarkastisch berichtet. Im Frühjahr 1864 war die Oper in einem vorläufigen Stadium «abgeschlossen», doch hatte Meyerbeer unmittelbar vor seinem Tod den Glauben an eine baldige Aufführung verloren: Es ging um Probleme mit den Sängern. Seine Witwe beauftragte den renommierten François Joseph Fétis mit der undankbaren Aufgabe, aus den hinterlassenen Stücken (die zudem zahlreiche Varianten ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Sabine Henze-Döhring
Auf dem Wasser spielt der Wind, unter der Oberfläche tanzen Sonnenstreifen. Doch dunkle Schlieren malen Marmormuster ins klare Grau: Blut? Was während des Vorspiels auf den Gazeschleier projiziert wird, passt zu dem, was im Graben vor sich geht – denn hier verblüfft Omer Meir Wellber, der junge israelische Chefdirigent des Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia,...
Im Jahr 1940 richteten die Nationalsozialisten auf dem Gelände der Heilanstalt Am Steinhof eine «Kinderfachabteilung» unter der Flurbezeichnung «Spiegelgrund» ein. Ihre Aufgabe war, «lebensunwertes Leben» zu vernichten. Im April 2002 wurden in Wien die Überreste von 789 der ermordeten Kinder auf dem Zentralfriedhof bestattet. Ein später Akt der Rehabilitierung....
Das Cello-Solo im ersten Akt dirigiert er aus. Und auch sonst ist Lawrence Renes ziemlich pingelig bei dieser Walküre. Einfach die Musik laufen lassen – das fällt ihm vorerst noch schwer. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben: Erstens ist das Stück noch relativ frisch für den neuen Musikchef der Stockholmer Oper. Und zweitens braucht das Orchester genaue...
