Von innen nach außen
Zugegeben: Nach Säen und Ernten in den Randlagen, dort, wo das bunte, wilde Premieren-Repertoire sprießt, sieht das nicht aus. Zwischen «Tristan» und «Vogelhändler» hat Regensburg seinen neuen «Rigoletto» gepackt, die Salzburger Landestheater-Kollegen bringen ihn zwischen «Zauberflöte» und «Weißem Rössl» – was dort das Blockbuster-Sandwich komplett macht. Den Bilanzen mag so etwas geschuldet sein. Oder eben auch der jeweiligen Besetzung des Regiestuhls.
Dass an beiden Häusern zwei Promi-Frauen zur selben Zeit dasselbe Stück erarbeiten, ist mehr als ein schöner Zufall. Verwandtschaften? Parallelen? Da gibt es tatsächlich einige. Vor allem weil beide das Blenden und Thesenbuchschwenken nicht nötig haben. Brigitte Fassbaender in Regensburg, die nicht zuletzt aus eigener Erfahrung weiß, dass eine Rolle von innen nach außen aufgebaut werden muss. Und Amélie Niermeyer, deren subtiles Hinterfragen den Salzburgern schon einen starken «Wozzeck» und eine ebenso eindrückliche «La clemenza di Tito» beschert hat. Ob an der Donau oder an der Salzach: Man wählt also nicht den einfachen, anbiedernden Weg.
Weibliche Wesen der besonderen Art braucht der Herzog an beiden Häusern. Er will die ganz ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Markus Thiel
Trotz ihrer erfolgreichen Weltpremiere an der New Yorker Met im Jahr 1910 findet man Puccinis «Fanciulla del West» nur gelegentlich auf den Spielplänen. Umso erfreulicher, dass sich die English National Opera nach 50 Jahren nun erstmals wieder zu einer Produktion des Dreiakters entschlossen hat. Und dass Richard Jones, sonst eher für ironische bis surreal-groteske...
Janácek in Brno
Zum vierten Mal richtet das Nationaltheater Brünn ein internationales Festival zu Ehren Leos Janáceks aus. Auf dem Programm stehen u. a. «Die Sache Makropulos», «Das schlaue Füchslein», «Jenufa» und «Die Ausflüge des Herrn Broucek».
Peter Konwitschny
Gerade hat er in Kopenhagen zum ersten Mal Schostakowitschs «Lady Macbeth» inszeniert (siehe Seite...
Der Wunsch, von den Visionen wie Zumutungen des Regietheaters endlich verschont zu werden, scheint groß zu sein. Anders lässt sich der rauschende Publikumserfolg der einfallslos-sterilen Inszenierung von Verdis früher Oper «Giovanna d’Arco» durch das Videoduo fettFilm in Bonn nicht erklären. Momme Hinrichs und Torge Møller verorten die Geschichte der Jeanne d’Arc,...
