Von heute aus gedacht

Ein historischer Reiseführer verfolgt Richard Wagners Spuren durch Europa

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«Wandrer heißt mich die Welt», singt der alternde Wotan im «Siegfried». Wie in allen wichtigen Figuren seiner Musikdramen steckt auch im Wanderer der Komponist selbst. Im Libretto ist das Wandern allerdings eher ein metaphorischer Akt. Wotan streift ruhelos durch die Welt, nachdem er zum Opfer seiner eigenen Verträge wurde. Machtlos, wie er ist, kann er nicht einmal den jungen Siegfried aufhalten, in Richtung von Brünnhildes Felsen zu stürmen … 

Dass Richard Wagner ein ruheloses Wanderleben führte, ist bekannt.

Neben den einschlägigen Biografien gab es immer wieder Bücher und Ausstellungen, die seinen Spuren folgten. Wagners Wanderungen in der Schweiz sind mit einem Buch gewürdigt worden, ebenso seine Aufenthalte in Italien, seine Wege in Mitteldeutschland, in einzelnen Städten, kürzlich sogar seine Familienausflüge ins Bayreuther Umland. Nicht nur Autoren, auch Fotografen haben sich aufgemacht, Stationen seines Lebens einzufangen, deren Besonderheiten nachzuempfinden. Angesichts gern reisender Wagnerianer scheint der Bedarf groß und der Markt unerschöpflich. Natürlich schwankt das Niveau solcher Publikationen. Es reicht von der schlichten Nacherzählung biografischer Fakten bis ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Stephan Mösch

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