Von Arminius zum Mauerfall

Händel: Arminio / Giove in Argo Halle / Händel Festspiele

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Ob die Hallenser Händel-Festspiele letztes Jahr hochwasserbedingt wirklich hätten abgesagt werden müssen, ist umstritten. Die Vorstellung eines Lebens ohne Händel scheint allen Beteiligten ­jedoch einen heilsamen Schrecken eingejagt zu haben. Hoteliers berichten vom markanten Anstieg ausländischer Besucher, Intendant Clemens Birnbaum von einer Welle der Solidarität. Bund, Land, Stiftung, Sponsoren hätten ihre Beiträge nicht zurückgefordert, die meisten Besucher ihre Eintrittskarten, viele Künstler ihre Honorare gespendet.

Das mit einem 1,5-Millionen-Euro-Etat ausgestattete Festival ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Nächstes Jahr wird es einschließlich einer «Semele» sechs Opern geben, die meisten kaum oder nie aufgeführt: «Cornelio Silla» (!), «Semiramide», «Alessandro», «Imeneo» (Fassung 1742) und «Arminio» (1737). Letzterer eröffnete die diesjährigen Festspiele und zeigte den Regisseur Nigel Lowery wieder auf alter Höhe.

Das Libretto des Spätwerks über die Hermannsschlacht ist so schlecht, dass man es eigentlich kaum auf die Bühne bringen kann, die Musik aber so gut, dass man es spielen muss. Es wäre hoffnungslos, die zusammengeleimten Standard-Loyalitätskonflikte in ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Boris Kehrmann

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