Vollkommener Gleichklang
Claude Debussys Vokalschaffen stellt zweifellos den Höhepunkt der französischen Liedkunst dar – der mélodie, die sich auf so charakteristische Weise vom Kunstlied der deutschen Romantik unterscheidet. Etwa 100 mélodies hat Debussy zwischen 1879 und 1915 geschrieben, die enge Liaison von Wort und Ton zielt dabei auf einen Ausgleich, der dem Gedicht gleichsam eine neue, musikalische Form gibt. Wie der gleichaltrige Hugo Wolf vertont er nicht Texte, sondern komponiert Dichter.
Wer diesen Weg verfolgen will, der sich seit 1885 deutlich von allen Vorgängern abhebt, sei auf die Warner-Kompilation der «Complete Works» verwiesen, die auch Ersteinspielungen mehrerer bislang gänzlich unbekannter Stücke enthält. Neuaufnahmen stellen dagegen die beiden CDs mit der belgischen Sopranistin Sophie Karthäuser und dem französischen Bariton Stéphane Degout dar, die harmonia mundi aus Anlass von Debussys 100. Todestag veröffentlicht hat. Sie enthalten, mit Ausnahme der «Ariettes oubliées» und der «Proses lyriques», sämtliche Zyklen, darüber hinaus eine Auswahl aus den frühen Liedern.
Sophie Karthäuser und Stéphane Degout erfuhren ihre musikalische Sozialisation im Barockrepertoire. Das gibt ihrem ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: CD des Monats, Seite 33
von Uwe Schweikert
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Nanu, was haben wir denn da? Donna Anna in anderen Umständen? Noch während die Staatskapelle Weimar und ihr (zum Saisonende scheidender) GMD Kirill Karabits auf sprungfedernden Füßen durch die Ouvertüre flitzen, steht Heike Porstein im Brautkleid auf einem Podest im Bühnenrückraum und streicht ihre Hände sanft über den gewölbten Bauch. Zu ihrer Rechten, im...
Selbst schuld, wer im Parkett sitzt. Man wird zwar gesehen, sieht aber keineswegs optimal, speziell bei dieser Monteverdi-Produktion im Haus für Mozart. Denn die «Szenen wie in der Sixtinischen Kapelle», von denen Jan Lauwers in Zusammenhang mit seiner Sicht auf «L’incoronazione di Poppea» sprach, erschließen sich fast ausschließlich den Zuschauern im Rang: Leiber...
