Vollendet das ewige Werk?
Ursprünglich war Manfred Braunecks «Geschichte des europäischen Theaters» auf zwei Bände angelegt: Der erste (Antike bis 16. Jahrhundert, 716 Seiten) erschien 1993, «Barock bis Gegenwart» sollte zwei Jahre später folgen. Vier weitere Bände im Gesamtumfang von
4 000 Seiten (ohne den Register-Band VI) sind es schließlich geworden, und bis zum Erscheinen des letzten hat das Unternehmen vierzehn Jahre gedauert. Band II umfasst jetzt das 17. und das 18. Jahrhundert, das 19. füllt einen ganzen Band, das 20.
deren zwei – es geht nicht nur um Dramentexte, sondern um die lebendige Realität der Bühne, um Schauspieler, Regisseure und Intendanten. Natürlich ist die Aufführungsgeschichte im fotografischen Zeitalter besser dokumentiert als im Barock.
Der Begriff «Theater» umfasst Schauspiel, Oper und Ballett; dass eine strikte Trennung von Sprechtheater und Musiktheater einigermaßen künstlich ist, zeigen z. B. die griechische Tragödie oder Nestroys Possen mit Gesang. Allerdings konzentrieren sich Theaterwissenschaft und -geschichte traditionell auf das Sprechdrama. Im Vorwort zu Band II erläutert Brauneck, die Oper werde «insoweit einbezogen, als damit strukturelle Aspekte des Theaterwesens und ...
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Reinhard Keisers für die Oper am Hamburger Gänsemarkt geschriebenes Opus über den «hochmütigen, gestürzten und wieder erhabenen Croesus» enthält genug action, um davon sechs Folgen einer Daily Soap zu bestreiten. Das 1711 uraufgeführte und 1730 überarbeitete Stück, das Opera North unter dem Titel «The Fortunes of King Croesus» derzeit als britische Erstaufführung...
Alle, die auszogen, das Fürchten zu lernen, begegneten dem Tod draußen auf der Balustrade. Erschreckend grimmig schien er, die Sense drohend in der Hand. Auch an jenem heißen Sommertag, zumindest bis zum Moment, da jemand aus dem benachbarten Gastgarten rief: «Herr Wondraschek, Ihr Bier wird warm!». Worauf die Geisterbahnfahrt im Wiener Prater zumindest für einige...
Korn-Gold ist nun auch eine Farbe. Zwischen Ocker und Braun angesiedelt, wurde sie speziell für die Ausstellung «Die Korngolds. Klischee, Kritik und Komposition» entwickelt, mit der das Jüdische Museum Wien des vor fünfzig Jahren verstorbenen Komponisten Erich Wolfgang Korngold gedenkt – eines der Rätsel der Musikgeschichte: zuerst ungeheuer umschwärmt, dann...
