Virtuose Rollenspiele
Die Kunst der medialen Maskeraden beherrscht kaum eine zweite Sängerin so virtuos wie Cecilia Bartoli. Vor drei Jahren tourte sie als Maria Malibran durch Europa – und rückte dabei nicht nur das Repertoire der legendären Primadonna des frühen 19. Jahrhunderts ins Rampenlicht, sondern auch die Person. In einem mobilen Museum, das vor jeder Konzertstätte geparkt war, konnten die Besucher Objekte, Briefe und Manuskripte aus dem Leben der Malibran besichtigen, bevor ihre Wiedergängerin auf die Bühne trat.
Das auf dieser Tournee beworbene Album trug den Titel «Maria» – eine Anspielung nicht nur auf die zwei Jahrhunderte zuvor geborene «Heldin» des Programms, sondern auch auf Maria Callas, die ebenso als «Wiedergeburt romantischer Diven wie Giuditta Pasta oder Maria Malibran gefeiert» wurde (Thomas Seedorf in OW 9-10/2007).
Für ihr jüngstes, der Gesangskunst italienischer Kastraten wie Farinelli, Caffarelli, Salimbeni, Appiani und Porporino gewidmetes Projekt ist die erfolgreichste Mezzosopranistin unserer Zeit noch einen Schritt weitergegangen: Auf dem Cover und zahlreichen Bildern, die das CD-Booklet «Sacrificium» (verun-)zieren, ist ihr Kopf auf diverse römische Marmortorsi montiert. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Memoiren seien die Zeitbomben des Pensionisten, sagte Henry Kissinger. Das mit dem Pensionisten trifft im Falle Ioan Holenders nicht ganz zu, denn der 75-Jährige ist als Berater großer Opernhäuser und Festivalleiter weiterhin im Geschäft. Darauf verweist auch der Titel seines neuen Buchs, das pünktlich zum Abschluss seiner Direktionsära erschien: «Ich bin noch...
Liebermann: Sie greifen die Opernhäuser an und meinen die Autoren. Die Tatsache, daß die Komponisten Ihrer Ansicht nach keine Werke geschrieben haben, die die Musik weiterbringen oder bedeutungsvoll sind, heißt doch nicht, daß deswegen die Opernhäuser in die Luft gesprengt werden müßten. Die Komponisten sollten dann eher dran glauben; denn die Opernhäuser können ja...
In diesen Tagen hätten die Proben zu «Metanoia» mit Christoph Schlingensief beginnen sollen. Christoph hinterlässt ein Vakuum. Er ist nicht ersetzbar. Das gilt für seine Person, aber auch für den Regisseur generell. Wir Sänger sind immer ersetzbar, auch kurzfristig. In den letzten Wochen habe ich bei den Bayreuther Festspielen sechsmal die Elsa gesungen – mit drei...
