Verpixelt
Einfach ein «fröhliches Schauspiel» sollteProkofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» nach Absicht ihres Schöpfers sein. Die scharfe Lauge der Musik spricht allerdings eine andere Sprache.
Allrounder Axel Ranisch hat in seiner Stuttgarter Inszenierung der absurden Meta-Oper aus Märchen und Groteske, Masken- und Zaubertheater, Commedia dell’arte und Offenbach’scher Bouffe, in der ein Prinz erst durch Lachen von seiner «hypochondriotischen Verschleimung» geheilt wird und sich dann in drei Orangen verlieben muss, noch eins drauf gegeben und das Spiel in die digitale Rastergrafik eines fiktiven, allerdings auch schon historischen Videospiels der frühen 1990er-Jahre getaucht.
Saskia Wunschs poppig-bunte Pixelbühne wird zum magischen Ort eines gestrandeten Wracks, dessen Schornstein (mit Kinderrutsche!) aus dem Boden ragt, während im Hintergrund Till Nowaks Computeranimationen die orangene Wüste in eine wirbelnde dystopische Fantasy-Welt verzaubern. Das Kartenspiel der streitenden Magier, Truffaldinos vergebliche Versuche, dem siechen Prinzen das Schlaraffenland vorzugaukeln oder die Verfolgungsjagden mit den Bösewichtern werden zu überdimensionalen Showeffekten, in denen die Fantasie ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Uwe Schweikert
Ein Ruf lockt auf dem Umschlag des originellen Werkstattprotokolls: «O Melville!» (Müry Salzmann Verlag, 2016). Und zwischen den Buchdeckeln erlebt man Olga Neuwirth 2011/12 in New York, wie sie sich an ihrer Oper «The Outcast» abarbeitet. Olga im Overall alltäglich als Selfie («Everyday Olga»); dazu das adäquate Foto ihres Schreibtischs («Quiet at the desk») und...
Das Experiment war einmalig. So zumindest empfand es der Dichter Hugo von Hofmannsthal nach einem äußerst spannungsreichen Entstehungsprozess, der beinahe zu einem Zerwürfnis zwischen ihm und dem Komponisten Richard Strauss geführt hätte. Am Ende aber stand ein überaus komplexes Meisterwerk – «Ariadne auf Naxos». David Hermann hat es nun in Dresden (nach einem...
Die Mezzosopranistin Jelena Obraszowa, die im Januar 2015 in einem Leipziger Krankenhaus verstarb, war nicht nur eine der großen Primadonnen ihrer Zeit, sondern auch ein russisches Nationalheiligtum. Mehr als ein halbes Jahrhundert stand sie auf der Bühne, zuletzt in Charakterpartien wie der «Pique Dame»-Gräfin und der Babulenka in Prokofjews «Der Spieler».
Alexe...
