Verlorene Liebesmüh
Karl Goldmarks 1875 an der Wiener Hofoper uraufgeführte «Königin von Saba» war einst ein Welterfolg. Damit ist es lange vorbei. Das hat weniger mit dem antisemitischen Nazi-Bannfluch gegen den assimilierten Juden ungarischer Herkunft als mit dem Stück selbst zu tun, für das die Bibel lediglich den stofflichen Rahmen hergibt. Goldmark hatte vielmehr mit dem farbenprächtig orientalisierenden Spektakel und seiner opulenten, klangsinnlichen Musik den Nerv des Fin de Siècle getroffen.
Kirsten Harms und ihr Ausstatter Bernd Damovsky versuchen in ihrer Freiburger Inszenierung hinter den historistischen Breitwandszenen eine Aktualität hervorzukitzeln, die das Stück fest in seinem jüdischen Hintergrund verortet.
Das geht gründlich schief. Einmal wegen der oratorischen Statik, mit der Harms die Chortableaus (die Ballettszenen sind gestrichen) auf die weitgehend leere Bühne stellt. Zum andern, weil das Stück kein Ideendrama ist und Goldmark, anders als sein Vorbild Meyerbeer, sich an der Überblendung privater Konflikte zu geschichtlichen Ereignissen gar nicht interessiert zeigt. So reduziert sich das ganz auf die Vorderbühne konzentrierte Spiel weitgehend auf das operntypische Dreieck des ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Uwe Schweikert
Frau Palmer, Sie sind ja, wenn man das laut sagen darf, vor einiger Zeit 70 Jahre alt geworden – und singen immer noch!?
Ja, vielleicht liegt das daran, dass ich irgendwie etwas nachholen muss. Ich bin, wie ich leider sagen muss, viele Jahre lang fehlgeleitet worden. Wie so viele Sänger. Man denkt immer, die Lehrer wissen alles. Und irgendwann realisiert man, dass...
Dank ihres hohlen Rufs, der wie ein Hilfeschrei verlorener Seelen klingt, spielt die Eule die Rolle als Botin von Ungemach bis ins Triviale hinein; selbst Edgar Wallaces Schwarze Äbte fürchten ihn. Ein Memento-mori-Vogel, aber auch Mittler himmlischer Weisheit. Man denke an die Eule der Minerva, die freilich, so beschrieb es Hegel, ihren Flug erst zur einbrechenden...
Ein bisschen «heile Welt» will er an den Grienericksee zaubern, der Neue. «Reine Schönheit» suchen auf Schloss Rheinsberg, wo einst der junge Friedrich mit den Musen flirtete. Im Park und in dem zurückgewonnenen Theaterhäuschen des Preußenprinzen Heinrich. Seit Herbst 2014 leitet Frank Matthus die Kammeroper, jene Sommerwerkstatt für den Sängernachwuchs, die sein...
