Verliebt, verkannt, verweht
Ein Wagnis ist das. Zwei wenig gespielte Stücke zum Saisonauftakt an der Oper Frankfurt, zwei Premieren innerhalb eines Monats. Miteinander zu tun haben Samuel Barbers «Vanessa» und Engelbert Humperdincks «Königskinder» nicht allzu viel. Immerhin wurden beide an der Metropolitan Opera in New York uraufgeführt (1910 bzw. 1958/1965). Auch wäre es kaum übertrieben zu sagen, dass beide Stücke klingendem Eklektizismus huldigen. Original wollen sie kaum sein. Originell aber schon. Vor allem wollen sie zu Herzen gehen. Deshalb gehen die Menschen mit goldenem Herzen leer aus.
Die wahrhaft Liebenden erfrieren innerlich (bei Barber) und äußerlich (bei Humperdinck). Die Welt meint es eben nicht gut mit den Ehrlichen und Gutgläubigen. Die haben dafür ihre Chance in der Oper. Dort sind sie die wahren Helden.
Die «Königskinder» kommen zwar selten auf die Bühne, sind auf dem Plattenmarkt aber ungewöhnlich stark vertreten. Es kursiert ein halbes Dutzend Aufnahmen, und alle haben ihre Meriten. Für lyrische Stimmen und Liedkünstler hat Humperdinck dankbare Partien geschrieben. Der Spielmann ist eine Baritonrolle wie geschaffen für Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey, Christian Gerhaher oder ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Stephan Mösch
ARD
23.11. – 0.30 Uhr
«Zum Sterben schön».
Film von Harald Woetzel über Musik für das letzte Finale.
ARTE
1./7./13./19.11. – 6.00 Uhr
Vadim Repin interpretiert
Lalo: Symphonie espagnole. Orchestre philharmonique de Radio France, Myung-Whun Chung.
2.11. – 6.00 Uhr
Für mein Leben habe ich kämpfen müssen.
Dokumentation von Georg Wübbolt über Sir Georg Solti.
4.11. – 17.10 Uhr
14....
Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik mischen gern Klassiker mit Raritäten. In diesem Sommer gab es Claudio Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» als Repertoire-Kernstück – und dazu «La Stellidaura vendicante» des weitgehend vergessenen Komponisten Francesco Provenzale (1624-1704).
Provenzale? Schrieb der nicht Kirchenmusik? Ja, aber auch die kennt kaum...
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Der Sieger des 6. Internationalen Dirigentenwettbewerbs Sir Georg Solti (der im Oktober 100 Jahre alt geworden wäre) steht fest: Der mit 15 000 Euro dotierte erste Preis geht an den Chinesen Daye Lin. Daniel Smith aus Australien erhält den zweiten (10 000 Euro), Brandon Keith Brown aus den USA den dritten Preis im Wert von 5000 Euro. Die Gewinner des...
