Verheißung

Tschaikowsky: Iolanta/Nussknacker Paris / Palais Garnier

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Ab und an taucht inmitten der Figuren, die zur Handlung von Tschaikowskys «Iolanta» gehören, auch dieses zarte Mädchen im senffarbenen Kleid auf. Wer ist sie? Iolantas stumme Schwester, ihr anmutiges Alter Ego? Wir erfahren es bald genug: Als wir nämlich nach dem finalen Akkord des Einakters applaudieren wollen, winken die Darsteller ab – noch nicht! Schon weitet sich das Bühnenbild. Das lichte Zimmer, in dem die blinde Prinzessin eben noch für ihren Vaudémont Rosensträuße plünderte, gleitet nach hinten, wird zum Erker ­eines großen Saals.

Eine Festgesellschaft spendet Beifall – während Alain Altinoglu im Graben ­attacca zum «Nussknacker» ansetzt.

Mittlerweile sind Tänzer in die Kostüme des «Iolanta»-Personals geschlüpft, ist aus dem Königshaus eine wohlhabende Bürgerfamilie geworden: In Dmitri Tcherniakovs Pariser Version war die Oper bloß Wohnzimmertheater, Party-Unterhaltung. Gefeiert wird hier allerdings nicht Weihnachten – ersatzweise durfte zuvor Iolanta einen Baum schmücken –, sondern Geburtstag, und zwar der des mysteriösen Mädchens. Marie heißt Clara hier. Der Nussknacker kommt als bonbongefüllte Piñata vor, die die Gäste mit verbundenen Augen (eine Wiederkehr des ...

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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Wiebke Roloff

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