Vergessener Ritter
Betrachtet man das spanische Musikleben zwischen dem ausgehenden 18. und dem frühen 19. Jahrhundert, so wurde international unter den einheimischen Akteuren vor allem ein Name wahrgenommen: Manuel García.
Die Zeitgenossen schätzten García als Sänger und Komponisten, auf seine herausragende Stellung deutet nicht zuletzt die Tatsache, dass drei seiner Kinder ebenfalls renommierte Positionen in der damaligen Gesellschaft erreichten: Die Töchter Marie Félicité Malibran und Pauline Viardot gehörten zu den besten Sängerinnen Spaniens, sein Sohn Manuel Patricio Rodríguez tat sich in der Medizin hervor – er erfand das Laryngoskop.
Manuel del Pópulo Vicente García, so sein voller Name, kam am 21. Januar 1775 in Sevilla zur Welt. Seine Musikerkarriere begann in Cádiz, später siedelt García nach Madrid über. Im Alter von zweiunddreißig Jahren geht er nach Paris, wo er bald als Opern- und Operettenkomponist reüssiert. Schon 1809 wird «El poeta calculista» («Dichter aus Berechnung») begeistert aufgenommen. Von diesem Erfolg ermutigt, begibt sich García nach Italien, wo er mit «Il califfa di Bagdad» («Der Kalif von Bagdad») einen weiteren Triumph feieren kann. Als Sänger wirkt er bei mehreren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Mauern des Hinterhofes sind so hoch, dass man den Himmel nicht sieht. Manche der Fenster sind vergittert. Sie umrahmen die Tristesse von Arbeiterinnen an der Nähmaschine. Über ihnen könnte eine Aufseherpeitsche aus der Zarenzeit zischen. Oder die stalinistische Gewalt (der Entstehungszeit der «Lady») hängen. Oder auch die neue postsowjetische Trostlosigkeit....
Da ist gerade ein Mann Amok gelaufen und hat alles um sich herum zerstört. Nun überfällt ihn eine plötzliche Müdigkeit. Lediglich zwei warme, zarte Viole
d’amore begleiten den Mann. Und niemand weiß, ob es danach jemals wieder ein Leben gibt. Es war dies die ergreifendste Szene des ganzen Abends. Das Erwachen von David Daniels in der Münchner Erstaufführung von...
Die ehemals Fürstbischöfliche Oper in Passau ist mit dreihundertdreißig Plätzen wohl eines der kleinsten öffentlichen Theater der Welt. Und doch bietet das von Stefan Tilch geleitete Haus ein von Händel über Verdi bis zu Strauss und Britten reichendes Programm, das es mit den «Großen» aufnehmen kann. Und jetzt Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini»,...
