Verdi in Italien
Verdi als Risorgimento-Held? Eigentlich hätte man erwartet, dass die unter dem Stern des 200-jährigen Verdi-Geburtstag-Jubiläums stehende Saison 2012/13 an Italiens Opernhäusern einen Reigen patriotischer Produktionen hervorbringen würde – kurz nach den Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der nationalen Einheit Italiens (2011). Doch es kam, zumindest bislang, anders.
Das mag zum einen an einer gewissen, wohl unvermeidlichen Übersättigung liegen, zum anderen sicher aber auch daran, dass Italien nach der Ära Berlusconi eine gespaltene Nation ist – so tief und unverkennbar wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Unter Spielplanmachern und Regisseuren lassen sich derzeit zwei Tendenzen beobachten: Die einen nehmen selten gespielte Werke neu in den Blick, die anderen werfen – im Sinne einer Wiederbelebung nationaler Aufführungstraditionen – einen nostalgischen Blick zurück auf jene «glücklicheren Tage», als sich Regisseure wie Luchino Visconti, Pier Luigi Pizzi oder Dario Fo auf der Höhe ihrer schöpferischen wie gesellschaftskritischen Produktivität befanden.
Zum Abschluss des Verdi-Festivals in Parma etwa wählte man mit La battaglia di Legnano eine Oper, die weder leicht zu ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Carlo Vitali
Auf Ihrer aktuellen CD, einer Hommage an Mario Lanza, sehen Sie aus wie ein Tenor der 50er-Jahre. Auf einem Ihrer ersten Cover trugen Sie dagegen schwarzen Anzug, schwarze Krawatte, fast wie in einem italienischen Mafia-Film. Wer ist dieser Joseph Calleja eigentlich?
Wenn man das immer so genau wüsste! Ich denke, ich bin immer noch der enthusiastische Junge, 13, 14...
Der eine ist ein seit Jahren viel beschäftigter und umjubelter Star der Alte-Musik-Szene, der andere erlebt gerade seinen Karrieredurchbruch. Doch nicht nur hinsichtlich ihres Karrierestatus und Alters unterscheiden sich Max Emanuel Cencic und Valer Barna-Sabadus: Die beiden Sänger stehen für unterschiedliche Ästhetiken des Falsettgesangs. Cencic reiht sich mit...
Mitunter überlebt Vergessenes oder Ausgeblendetes nahezu unbemerkt in Werken, die längst zum Kanon gehören. Wie jenes Zitat aus dem sechsten der Acht Lieder op. 6 (1903), das Schönberg in seinem 1924 unter Leitung Zemlinskys in Prag uraufgeführtem Monodram Erwartung op. 17 (1909) verwendet. Adorno hat in der Philosophie der neuen Musik darauf hingewiesen. Nun...
