Verbrechen lohnt sich
Der Regisseur Sebastian Baumgarten übermalt Puccinis Triptychon Bild um Bild, doch nicht erst am Ende überzeugen die Klangbilder mehr als alle szenischen De- und Rekonstruktionen. An der Staatsoper Hannover ist Puccinis «Il trittico» vor allem ein Mannschaftssieg. Dieser Dreiteiler ist nach wie vor eine Herausforderung für jedes Ensemble, jeden Chor und jedes Orchester – und wird hier respektheischend gemeistert.
Brian Davis als Binnenschiffer Michele ist in «Il tabarro» tongewordene mörderische Verzweiflung, Kelly God seine lebenssehnsüchtige, stimmglühende Giorgetta und Vincent Wolfsteiner der eigenständige Dritte im Bunde.
Das Nonnendrama «Suor Angelica» demonstriert, wie stark die Damenriege des Ensemble besetzt ist: von Julie-Marie Sundals Äbtissin bis zu Mareike Morrs Lehrmeisterin. Nicht nur in diesem Stück setzt Dirigentin Karen Kamensek auf Zielstrebigkeit, auf Wirkung. Gefühl ja, aber keine Sentimentalität: etwa im Vorspiel zu Angelicas Selbstmord. Die neue Chefin beflügelt das Niedersächsische Staatsorchester. «Gianni Schicchi» bildet – auch musikalisch – die virtuose Burleske. Vom vitalen Stefan Adam in der Titelrolle bis zur Ania Vegry, deren Lauretta kein schmachtendes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Rainer Wagner
ARTE
1.7. – 15.05 Uhr
Lully, ein unbequemer Komponist.
Dokumentation von Olivier Simonnet. Mit Philippe Jaroussky, Christina Pluhar, Véronique Gens und Thierry Hancisse.
1.7. – 18.30 Uhr
6./12./18./24./30.7. – 6.00 Uhr
Russische Musik.
Orchestre de Paris, Kazuki Yamada. Solist: Jean-Yves Thibaudet, Klavier. Werke von Glinka und Chatschaturjan.
2.7. – 0.25 Uhr
Lucerne...
Schon einmal ist Janáceks Oper, die das Leben von (Wald-)Tieren mit dem Schicksal von (Dorf-)Menschen verwebt, in Glyndebourne zur Aufführung gelangt. Und zwar 1975, in einer denkwürdigen, auf Englisch gesungenen Inszenierung von Jonathan Miller. Die aktuelle Produktion von Melly Still im Bühnenbild von Tom Pye und mit Kostümen von Dinah Collin zeigt «Das schlaue...
Verkehrte Welt. In seiner vierten Inszenierung des «Attila» präsentiert Pier Luigi Pizzi den Hunnenkönig als Bewahrer des abendländischen Kulturerbes. Ein gewitztes, aber auch etwas übertriebenes Paradox. Schon im Schauspiel des deutschen Dramatikers Zacharias Werner wandelte sich der wilde Khan aus den asiatischen Steppen zu einem stockgermanischen Verehrer Wotans...
