Ufos und Vulkanausbrüche
Manchmal spielen die entscheidenden Szenen auf den Nebenbühnen. Zumal, wenn es um die Frage geht, was Oper und Musiktheater im Innersten zusammenhält. Wohin geht es mit der Kunst des singenden und spielenden Menschen, wenn das Kernrepertoire sich (Ausnahmen bestätigen die Regel) aus dem 18. und 19.
Jahrhundert speist? Wenn sich der Guckkasten zu einem Museum wandelt, das kaum mehr ästhetische und intellektuelle Überraschungen bietet, dafür immer mehr Kult um wenige (Star-)Stimmen treibt? Dass am oberen Ende der Beliebtheitsskala die immer gleichen 40, 50 Stücke rangieren – an dieser Realität haben weder entdeckerfreudige Intendanten noch das Regietheater mit seinen gegen die Tradition gebürsteten Lesarten des Kanons ändern können. Die meisten Neuschöpfungen für die Opernbühne erweisen sich als Eintagsfliegen, und was vor fünf Jahrzehnten als Regie-Revolution begann, ist heute selbst Teil der Tradition. So kommen die interessantesten Impulse für die Zukunft der Gattung oft von den Rändern – aus einem Loft, aus dem Computer, aus einem Industrierevier oder von der Straße. Kurzum: aus dem Off des Stadt- und Staatstheaterbetriebs.
Andererseits kann man aber auch beobachten, wie das ...
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Unter den Komponisten der sowjetischen Nachkriegszeit gehörte Nikolai Karetnikov (1930-1994) zweifellos zu den Querdenkern. Wie Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina oder Edison Denisov entwickelte er eine eigene Ästhetik und kompositorische Techniken, die mit den Prinzipien des «sozialistischen Realismus» nichts zu tun hatten. Auf der einen Seite fühlte sich...
Auch das Augsburger Stadttheater muss empfindliche Kürzungen während der laufenden Saison verkraften. Doch Regisseurin Yona Kim, in Südkorea geboren, in Wien ausgebildet und demnächst in Stuttgart mit Chaya Czernowins «Pnima» aktiv, scheint das eher zu beflügeln.
Mit Bühnenbildnerin Etienne Pluss reißt sie für «Lucia di Lammermoor» weite, dumpf schimmernde,...
Die letzte erfolgreiche «Aida» an Covent Garden liegt lange zurück. Die Inszenierungen von Jean-Pierre Ponnelle, Elijah Moshinsky und Robert Wilson in den vergangenen 25 Jahren kamen beim Publikum nicht gut an, Ponnelles und Wilsons Produktionen brachten es nicht einmal zu einer Wiederaufnahme. Nun gelang es David McVicar mit seiner neuen, wenn auch höchst...
