Überfällig
Ob das womöglich die beste britische Oper seit Jahren sei, fragte sich eine Rezensentin von «Opera today» 2014 anlässlich der Uraufführung von Luke Bedfords Kammeroper «Through His Teeth» im Linbury Studio an Londons Covent Garden. Wie überhaupt die Kritiker Begeisterung zeigten angesichts dieses kleinen Werks, das ursprünglich nur eine Art Beiprogramm zur «Faust»-Premiere im Großen Haus hätte sein sollen. Etwas Faustisches hat die Geschichte um den psychopathischen R.
, der zu mindestens acht Frauen gleichzeitig Beziehungen unterhielt und ihnen vorgaukelte, ein Spion des MI5 zu sein, schon: «Du lieber Gott! Was so ein Mann/nicht alles, alles denken kann!»
Klaus Simon, Gründer und Leiter der Freiburger Opera Factory (vormals: Young Opera Company), befand die Partitur für kunstvoll, klug gestrickt, und brachte die Deutsche Erstaufführung auf den Weg. Tatsächlich: Bedfords Musik im Geist der Postmoderne ist gekennzeichnet von Originalität und Pragmatik. Mit ihrer die Mittel der Filmmusik aufgreifenden Erinnerungsmotivik schafft sie suggestiv musikalische Reibungen. Bedford arbeitet zum Teil mit Vierteltonintervallen, löst aber die daraus resultierenden extremen Spannungen nach ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alexander Dick
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