Tierisch gut

Sophie Karthäuser entdeckt das Animalische im französischen Kunstlied

Opernwelt - Logo

Was für eine charmante Idee: Die Sopranistin Sophie Karthäuser denkt Camille Saint-Saëns’ «Karneval der Tiere» ins Kunstlied-Genre weiter und lädt zum «Bal des animaux». Zu diesem Fest versammelt sich ein exquisites Bestiarium, in Vertonungen von 14 verschiedenen französischen Komponisten des 19. und 20 Jahrhunderts – wobei Reynaldo Hahn der passendste unter ihnen ist, zumal sein «Le Rossignol des lilas» durch ein Gedicht inspiriert ist, das von einem Poeten stammt, dessen Nachname übersetzt Delphin lautet: Léopold Dauphin.


Natürlich steigt das Vergnügen an diesem Konzeptalbum mit der Sattelfestigkeit des Hörers im Französischen. Denn an geistreichen Wortspielereien mangelt es nicht. Neben den originalen Versen werden aber auch englische Übersetzungen im bibliophilen Booklet mitgeliefert, das sich wie ein Leporello aufklappen lässt. Dabei entfaltet sich dann eine edle Collage, die alle 33 besungenen Tiere in Scherenschnitten zeigt, vom Frosch über die Schlange, das Dromedar und den Fuchs bis hin zu Schmetterling und Esel.

Herrlich humorvoll porträtiert Maurice Ravel einen Pfau, der vergeblich auf seine Verlobte wartet, sich die Enttäuschung aber natürlich nicht anmerken lässt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 17
von Frederik Hanssen

Weitere Beiträge
Auf die Mischung kommt es an

Zu einer Zeit, als auch für das Lied orchestrale Heerscharen aufgeboten wurden, stimmte Hugo Wolf mit dem «Italienischen Liederbuch» einen Lobgesang auf den Zauber des Alltäglichen an – gleich die erste Nummer kündigt das program­matisch an: «Auch kleine Dinge können uns entzücken». Anfang 2018 waren Wolfs 46 Miniaturen europaweit einem Arena-Ambiente ausgesetzt:...

Konventionell

Dass die wohl berühmteste Theaterliebesgeschichte nicht gut ausgeht, die gerade erst sich anbahnende Mesalliance zwischen Romeo und Julia, ist eigentlich sattsam bekannt. Doch selbst wer Shakespeares berühmtes Drama nicht kennt oder Bernsteins geniale Musical-Version und auch nicht die zahlreichen Verfilmungen, merkt in Aachen schon, wenn der Vorhang sich hebt,...

Impressum Februar 2019

60. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752319

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de



Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)

Redaktionsbüro
Andrea Kaiser | redaktion@opernw...