Tauziehen

Die dringend notwendige Sanierung des Augsburger Theaters droht zerredet zu werden

Opernwelt - Logo

Knopf drücken, auf Grün warten und rüber zur Freitreppe. So einfach lässt sich derzeit das Augsburger Theater besuchen, ganz unbehelligt von Bauzäunen oder Baggern. Der Vorplatz ist frisch herausgeputzt. Doch was drinnen wartet, verfolgt die Verantwortlichen bis in Leserbriefspalten, Stadtratsdebatten und unruhige Träume. 235 Millionen Euro soll die Sanierung eines Gebäudes kosten, das Ensemble und Verwaltung unter den Füßen wegschimmelt. Von diesem Schock hat man sich am Lech nicht erholt, mehr noch: Es ist inzwischen gehörig Gegenwind aufgekommen.



Während also Vertreter der Stadt mit dem Münchner Finanzministerium darüber verhandeln, ob der Freistaat seinen Renovierungszuschuss von 45 Prozent erhöht, haben mehr als 50 Kulturschaffende, Politiker und Architekten in einem offenen Brief Alarm geschlagen: Abgesehen von der Frage, ob man nicht andernorts neu bauen könne, müsse man sich über die «künftige Ausrichtung» des Theaters unterhalten. Überhaupt solle die Bevölkerung einbezogen werden, ein Argument, das an Debatten à la «Stuttgart 21» erinnert: Ein dumpfes Wir-haben-von-allem-doch-nichts-gewusst-Gefühl regt sich – obwohl Fakten und Pläne seit Langem auf dem Tisch liegen.

Ausgerec ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Explosiv

Die blockhaften Akkorde, die Harmonieschleifen, der harte Puls, die kantige Dynamik – ein wenig erinnert der Orchestersatz schon mal an Bruckner, der bekanntlich in Sankt Florian und Linz die Orgelbank drückte. Aber auch an Minimal Music Patterns  und: die heute fast nur noch im Jazz und von Kantoren gepflegte Kunst des formgebundenen Extemporierens. Dass Thierry...

Apropos... Bregenz

Frau Sobotka, die Bregenzer Festspiele standen immer unter einem Motto. Sie verzichten jetzt darauf. Warum?
Weil das die Gestaltungsmöglichkeiten einengt. Ich möchte die Entwicklung des Programms offen halten. Wichtiger als Konzepte oder thematische Leitmotive sind für mich Gespräche mit Künstlern und die Auseinandersetzung mit Stücken.

Stefan Herheim wird im...

Editorial

Ein Rausschmiss ist das nicht, in Oslo. Aber schon ein starkes Stück. Per Boye Hansen, 2012 als operasjef an die Norske Opera geholt, soll 2017 das Bündel wieder schnüren, sein Vertrag wird nicht verlängert. Was in dem gleißend weißen Snøhetta-Bau genau vor sich geht, liegt im Dunkeln. Künstlerische Gründe für die Trennung werden nicht genannt. Auch wirtschaftlich...