Tänzerischer Charme

Karlsruhe, Händel: Giulio Caesare in Egitto

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Was macht man mit dem Titelhelden? Besetzt man die gro­ße Kastratenpartie in Händels 1724 uraufgeführter Oper «Giulio Cesare in Egitto» mit einer Altistin oder ­einem Kontratenor? Oder vielleicht sogar mit einem ­Bariton, wie es vor dem Siegeszug der historischen Aufführungspraxis üblich war? Das Badische Staatstheater Karlsruhe entschied sich bei dem opulenten Historiendrama, das die 31. Händel-Festspiele eröffnete, für Franco Fagioli – und machte damit alles richtig.

Wenn der argentinische Countertenor mit seinem betörenden Timbre vom kernigen Brustbereich in schwindelerregende Höhen steigt, dann verleiht er dem römischen Imperator männliche Durchschlagskraft und zugleich weibliche Geschmeidigkeit.
Dass dieser Abend musikalisch etwas ganz Besonderes werden würde, ahnte man bereits in der von der Badischen Staatskapelle federnd musizierten Fuge der Ouvertüre. Michael Hofstetter gleicht am Dirigentenpult einem Tänzer, der die verschiedenen Affekte und Klanggesten auf spielerisch-theatralische Art miteinander verbindet. Auch wenn das Continuocello an diesem Abend manches Mal deutlich neben der Spur liegt und die instrumentale Mischung von Alt und Neu besonders bei den Holzbläsern ...

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Opernwelt April 2008
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Georg Rudiger

Vergriffen
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