Syrische Tragödie
Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Gerade ist der israelisch-palästinensische Konflikt wieder voll entflammt. Und von Frieden in Syrien kann nach wie vor keine Rede sein. Kaum eine Region ist seit jeher so permanent umkämpft worden. Eroberer, Invasoren, Herrscher, Systeme wechselten sich ab, stets regierten auswärtige Mächte mit und hinein, die sich in Stellvertreterkriege verwickelten. Derzeit mischen die Türkei, Iran, Russland, der Westen, sogar China mit.
Während der vergangenen 2500 Jahre waren es alternierend Perser, Ägypter und Römer, dann die Kreuzfahrer, Osmanen, später die Kolonialmächte England und Frankreich. Wer da mit wem und gegen wen kämpft, ist schwer durchschaubar. Einseitige Parteinahme verbietet sich. Gleichgültig aber kann einem das Geschehen in Syrien keineswegs sein, nicht nur des militärischen Flächenbrands wegen; auch die Situation der Flüchtlinge tangiert uns erheblich.
Will man Musiktheater nicht bloß aus dem Fundus oder als Literaturvertonung nach mehr oder minder gut abgehangenen Vorlagen präsentieren, bieten sich neue Stücke zu aktuellen Konflikten an. Zumal der brutale Kampf um Syrien. Angesichts der unübersichtlichen realen Verhältnisse kann der ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhard R. Koch
Der See, über dem die Amme zu Beginn der «Frau ohne Schatten» ein geisterhaftes Licht wahrnimmt, lässt in Vincent Huguets Wiener Neuinszenierung an jenes bleiche unterirdische Gewässer denken, an dem – glaubt man Gaston Leroux – ein gespenstischer Maskenmann hauste und seinem dämonischen Orgelspiel frönte. Dieser «See» existiert tatsächlich, ein Grundwasserbecken...
«Le vieil hiver a fait place au printemps;/ La nature s’est rajeunie»! Die Strecke von Lewes nach Glyndebourne – ein lockerer Vier-Meilen-Marsch – ist ohne Weiteres zu Fuß zu schaffen. Auf den Kreidekämmen der South Downs hat der Frühling nicht minder mächtig zugeschlagen als auf den ungarischen Feldern in Berlioz’ «Damnation de Faust». Sogar einen Hirten gibt es....
Am Ende zieht Roger seine Lackschuhe aus und begrüßt an der Rampe emphatisch die aufgehende Sonne. Aber er bleibt nicht, wie im Libretto vorgesehen, mit seinem arabischen Ratgeber Edrisi allein. Zwar ist die den Verlockungen des göttlichen Hirten erliegende Menge abgezogen, doch seine Frau Roxana, der Erzbischof, die Diakonissin und ein kleiner Junge bleiben...
