Suggestive Stille

Wuppertal, Sciarrino: Macbeth

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Die Bühne ist leer. Kein Thron, kein Schloss, kein Wald. Nur dieser große, dunkle Kasten, mit einem leeren Podest in der Mitte. Von der Seite fahren manchmal Paneele auf die Szene, geräuschlos, wie von Geisterhand geführt. Abstrakte Schutzschilder, hinter denen bald Macbeth und die Lady, bald Duncan, Banquo oder Macduff auftauchen und wieder verschwinden. Nachtgestalten einer schwarzen Tragödie, die Shakespeares Meditation über die Abgründe der Macht tief ins Innere der menschlichen Seele verlegt.

Am Boden ausgestreut, kaum zu erkennen, liegen Messer, unscheinbare Ornamente der allgegenwärtigen blutigen Gewalt. Zeichen auch für die Messer im Kopf, in unseren Köpfen – das eigentliche Thema von Salvatore Sciarrinos grandioser Kammeroper «Macbeth».
Die drei aus Shakespeares weltweisem Text destillierten namenlosen Akte («Tre atti senza nome») – so lautet der Untertitel des vor vier Jahren in Schwetzingen uraufgeführten Stücks – kennen keine griffige Aktion, keinen linearen Verlauf. Sie zeichnen vielmehr jene Verheerungen des Fühlens und des Denkens nach, die den fatalen Taten Macbeths vorausgehen. Mit einer Musik, die aus der Stille kommt und immer wieder in sie zu­rückfällt; einer ...

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Opernwelt August 2006
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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