Süßes Miteinander

Cecilia Bartoli und Sol Gabetta durchforsten barocke Gefilde auf der Suche nach Preziosen

Opernwelt - Logo

Wieder einmal hat Cecilia Bartoli Archive nach längst vergessenen Kompositionen durchsucht oder durchsuchen lassen. Und wie stets ist dabei hörenswerte Musik zum Vorschein gekommen. Doch im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben, die entweder Musik eines einzelnen Komponisten (Gluck, Salieri, Steffani) in den Mittelpunkt rücken oder sich  einem musikhistorischen Phänomen wie der «Opera proibita» in Rom oder dem Zeitalter der Kastraten widmen, geht es im neuen Album um eine künstlerische Partnerschaft. Cecilia Bartoli hat sich mit Sol Gabetta zusammengetan.

Die Mitwirkung der argentinischen Cellistin beschränkt sich aber nicht auf wenige Gastauftritte in einzelnen Arien, sondern prägt die Programmgestaltung durchgehend.

Die Schallplattenfirma inszeniert die beiden Musikerinnen als eine Art Schwesternpaar, das sich auf einer durch das umfangreiche Booklet laufenden Fotostrecke in teils neckischen, teils lasziven Posen präsentiert. Mit der Musik des Albums hat dieses allzu offenkundig von Marketingstrategien gelenkte Bildfeuerwerk freilich so wenig zu tun wie der Titel des Albums. «Dolce Duello» weist sogar in eine falsche Richtung, denn nicht um Konfrontation wie bei einem Duell ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Aus dem Geist der Aufklärung

Unweit des Tiefurter Schlosses steht es, weithin unbeachtet. Ein Denkmal für Wolfgang Amadé Mozart, errichtet vom Schweizer Johann Heinrich Meyer. Im eigentlichen Sinne aber ist es kein Denkmal, weil es denjenigen, dem es huldigen will, gar nicht zeigt. Auf dem Sockel, den die Inschrift «Mozart und den Musen» ziert, sieht man lediglich eine Lyra, Symbol für Apollon...

Frühlingserwachen

Vor dem schwarzen Samt ein großes Bett, in dem Tamino gleich eine Schlange entdecken wird, die da nicht hingehört, was den jungen Mann sichtlich irritiert. Wenn der Vorhang sich öffnet, sehen wir ein Jugendorchester, das pantomimisch bebildert, was Kapellmeister Valtteri Rauhalammi dem Niedersächsischen Staatsorchester abringt: einen gerne flotten, selten aber...

Ein Strahlen von innen heraus

Natürlich tritt sie noch auf, nur eben auf der anderen Seite. Im Parkett der Wiener Staatsoper zum Beispiel, wo Christa Ludwig sich gern ansprechen lässt von den Fans. Auch im Festspielhaus Erl, weil sie einige Kilometer weiter gerade einen Meisterkurs gibt. Hof halten ist das weniger. Ein, zwei Minuten, schon ist man drin in einem Pausengeplauder, in...