Strategien gegen den Verschleiß
Stimmkrisen – ein heikles Thema. Eines, über das nur wenige offen reden. Wer es dennoch tut, könnte sich schaden. So kommt es, dass Fragen nach Stimmverschleiß und Stimmoperationen, überhaupt nach Stimmerkrankungen nur selten öffentlich diskutiert werden. Dabei gehören sie mehr denn je zum Sänger- und Musikmarkt. Klar: Schon Enrico Caruso musste sich an den Stimmbändern operieren lassen, und seither hat es immer wieder prominente und weniger prominente Sänger gegeben, die Derartiges erlebt und erlitten haben. Neu ist, dass die Zahl derjenigen, die Hilfe suchen, sprunghaft ansteigt.
Neu ist auch, dass viele Sänger eine solche Operation inzwischen als durchaus normal ansehen und sportlich nehmen. Devise: unangenehm, aber nicht zu vermeiden, also so schnell wie möglich erledigen und dann weiter im Geschäft. Ungeheuerlich, wie der Druck des Marktes alle Selbstschutzmechanismen aushebelt. Neu ist nämlich keineswegs, dass solche chirurgischen Eingriffe zum Kern des Sängerlebens und Sängerwesens vorstoßen. Es geht – fast immer – um eine komplexe Mischung aus physiologischen, gesangstechnischen und psychologischen Aspekten. Um Vergangenheit und Zukunft. Kurz: um die Existenz. Für unseren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 24
von Albrecht Thieman
Als Bühnenzauberer ist Stefan Herheim bekannt. Nun inszeniert er endlich ein Stück, bei dem Bühnenzauber zur Sache selbst gehört: «Xerxes» an der Komischen Oper Berlin. Das ist nicht das einzige Händel-Ereignis dieser Tage. Cecilia Bartoli im «Giulio Cesare» bei den Salzburger Pfingstfestspielen, die Händel-Festspiele in Göttingen und Halle, dazu eine Premiere...
«The Show must go on! Inside my heart is breaking, my make-up may be flaking, but my smile, still, stays on!» Der Refrain des Songs, mit dem der bereits schwerkranke Freddy Mercury einen letzten Hit landete, klingt verdächtig nach dem «Vesti la giubba» Canios. An der Wiener Volksoper steht Leoncavallos «Bajazzo» gerade auf dem Programm, für einmal nicht mit...
Lange Zeit gehörte Antonin Dvoráks «Rusalka» nicht gerade zu den Stützen des Repertoires. Das als zweite tschechische Nationaloper geltende Werk ist nicht leicht auf die Bühne zu bringen. Zeitgleich mit Debussys «Pelléas» entstanden, thematisiert «Rusalka» Naturmotive ungleich naiver, märchenhafter und überhöht sie zugleich ins Mystische. Nachdem Jossi Wieler und...
