Story von heute?
Ohne Umschweife: In Sachen «Così fan tutte» liegt Dortmund derzeit klar vor Gelsenkirchen. Einmal mehr zeigt sich, dass modisch modernes Ambiente (Verena Hemmerleins Tennisplatz in Gelsenkirchen) keineswegs genügt, solange es inszenatorisch nicht gefüllt wird. Regisseur Andreas Baesler lässt den Chor in Ponnelle-Manier über die Bühne wuseln (in Dortmund wird aus dem Off gesungen) und stört zentrale Arien von Fiordiligi (hervorragend: Claudia Braun) und Ferrando (sympathisch bemüht: Clemens-C. Löschmann) durch die Anweisung, Tennisbälle als Zeichen der Erregung zu schmettern.
Doch für das emotionale Quiproquo des Finales steht lediglich ein flüchtiger Händedruck. Die in Dortmund von Guglielmo gezückte Pistole ist zwar auch ein reichlich abgegriffener Coup, wirkt als Höhepunkt eines Leidens-Crescendos aber wenigstens stimmig.
Gabriele Rech geht am strengsten mit Don Alfonso ins Gericht. Der Vernunftglauben der Aufklärung allein vermag das Experiment des «alten Philosophen» heute ohnehin nicht mehr zu legitimieren. Die Regisseurin zeigt Alfonso als einen äußerlich zwar vitalen, in seiner sexuellen Manneswürde jedoch zutiefst zerrütteten Menschen, der nach Schuldigen sucht. Da hat ...
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Die Natur ist quasi verbannt. Das ist gut, weil so klar wird, dass es nicht um Edelweiß-Romantik geht. Gleichzeitig ist dies von Nachteil, weil dadurch die symbolische Ebene der Natur völlig ausgeblendet wird. Wenn Nicolas Joël an der Düsseldorfer Rheinoper Alfredo Catalanis «La Wally» inszeniert und dabei Felsen, Sturzbäche und Lawinen von der sichtbaren Bühne...
Es gibt in Antwerpen einen berühmten Tiergarten. Stellen wir uns vor, dieser Zoo sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten und werde alles andere als effizient verwaltet. Man kommt zu dem Schluss, dass die Probleme nur von außen zu lösen seien. Der Minister für Zoologie setzt daraufhin einen so genannten «Veränderungsmanager» ein. Und der schlägt nach Sichtung...
Politiker, egal ob links oder rechts, scheinen bisweilen gleich unfähig, Kulturpolitik zu treiben, wiewohl aus verschiedenen Gründen. Wie wenig Ahnung sie von der Materie haben, über die sie entscheiden, zeigte in Italien etwa der tragikomische Streit über das Pensionsalter von Musikern, Sängern und Tänzern. Um «Privilegien» zu beseitigen, wurde 2004 für diese...
