Stiller Könner

Zum Tod des Dirigenten Heinrich Hollreiser

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Obwohl er an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt arbeitete, war Heinrich Hollreiser nie ein Pultstar. Keine schillern­de, exzentrische Persönlichkeit wie Herbert von Karajan, kein grantelnder Schwieriger wie Karl Böhm, kein exaltierter, liebenswerter Narziss wie Leonard Bernstein, zu deren Generation er gehörte. Heinrich Hollreiser war ein stiller Star. Er glänzte durch seine Arbeit, nicht durch sein Image. Es ging ihm da­rum, ein Werk zum Leben zu erwe­cken.

Als er sehr spät in seiner Laufbahn noch einmal den «Ring des Nibelungen» an der Deutschen Oper Berlin dirigierte, gab es gerade unter jüngeren Opern­­besuchern nicht wenige, die vor Beginn des Zyklus Skepsis äußerten. Schon nach dem «Rhein­­­­gold» wurde klar, dass diese leicht abschätzige Haltung völlig unangebracht war. Hollreiser war ein Theatertier und mit allen Wassern gewaschen. Er wuss­te genau, wie’s geht. Nach der «Götterdämmerung» war die Skepsis Bewunderung gewichen.
Seine musikalische Ausbildung erhielt Hollreiser in seiner Geburtsstadt München. Bereits im Alter von siebzehn Jahren dirigierte er eine Studioaufführung von Webers «Freischütz». Nach ersten Engagements in Wiesbaden, Darmstadt, Mannheim und Duisburg ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Magazin, Seite 50
von Jochen Breiholz

Vergriffen
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