Staatstheater

Die Bayreuther Festspiele sind schon lange nicht mehr das Maß aller Wagner-Dinge. In der Werkstatt Bayreuth beherrschen Baustellen und Not­lösungen das Bild. Statt mit dem Kunstwerk der Zukunft sind die Festspiele vor allem mit sich selbst beschäftigt. Fest steht nur: Bis 2020 hat Katharina Wagner auf dem Grünen Hügel das Sagen. Und die Festspiele sind das geworden, was sie nie sein sollten: ein ganz normales Staatstheater.

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Der Frage, wie es Wagner in Bayreuth zurzeit geht, nähert man sich am besten durch den Park der Villa Wahnfried. Weit kommt man nicht, den Weg versperrt ein Bauzaun, an dem ein Banner hängt. Darauf steht in hellgrauen Buchstaben: Bitte um Verständnis. Dahinter liegt das, was vom Park, wie man ihn kennt, übrig ist. Es ist nicht viel.

Im Sommer 2015 soll hier das Richard-Wagner-Museum wiedereröffnen, neu gestaltet und erweitert, zwei Jahre nach dem Wunschtermin im Wagner-Jahr 2013.

Wagners Wohnhaus ist entkernt und grundsaniert, im Garten steht schon der Erweiterungsbau: drei Etagen, davon zwei unter der Erde, der Rohbau ist fast fertig. Hier soll die Bayreuther Festspiel-Geschichte erzählt werden. In Wahnfried geht es dann um Wagners Leben; im benachbarten Siegfried-Wagner-Haus, wo einst Hitler am Kamin saß, um die Rezeptionsgeschichte von Wagners Werk. Mit den hellen und den dunklen Kapiteln. An diesen Räumen wird das Museum gemessen werden – und an diesen Räumen entbrannte in den Gremien die heftigste von vielen Auseinandersetzungen. Wo einst Hitler wohnte und Wieland und Wolfgang Wagner Kriegsgeschichten erzählte, sollte ursprünglich das Museumscafé einziehen. Als dies auf Kritik ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Florian Zinnecker

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