Sommer, Herbst und Winter
Hector Berlioz hat sechs Lieder auf Texte von Théophile Gautier unter dem Titel «Les Nuits d’été» zum Zyklus zusammengefügt und zunächst für (mehrere!) Singstimmen und Klavier komponiert, dann erst orchestriert. Die Orchesterfassung hat sich letztlich durchgesetzt, da Berlioz ein großer Klangfarbenzauberer war und zum Klavier eine eher gestörte Beziehung hatte. Heute wird dieser Zyklus in der Regel von einer einzigen Stimme bestritten, vorzugsweise von einem Mezzosopran.
Das Angebot an hochwertigen Aufnahmen auf CD ist so groß, dass jede neue Einspielung erst einmal ihre Notwendigkeit unter Beweis stellen muss.
Eine Lücke füllt der erst jetzt publizierte Mitschnitt zweier Konzerte mit Lorraine Hunt Lieberson aus den Jahren 1991 und 1995, der den Liedern von Berlioz barocke Arien von Händel gegenüberstellt, die ja eine Domäne der früh verstorbenen Sängerin waren. Hunt Lieberson führt ihren in der Mittellage opulenten und in der Höhe leuchtkräftigen Mezzo mit großer Schlankheit, hoher Musikalität und sicherem Stilgefühl. Die Stimme strahlt bei Berlioz die geforderte Wärme und Sinnlichkeit aus, zeigt Geschmeidigkeit in den heiteren, Passion in den ernsten Gesängen. Bei Händel dann ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 23
von Ekkehard Pluta
Höchste Zeit für Tanz auf den Vulkanen, Operetten auf Opernbühnen. Das christliche Abendland geht nicht unter, wenn um die Weihnachtszeit an der Berliner Staatsoper Jacques Offenbachs rabiate Mythentravestie «Orpheus in der Unterwelt» gegeben wird, neben Märchen wie der «Zauberflöte». Und der bilderwütige Regisseur Philipp Stölzl allzu vieles und Vielfältiges...
Einen Moment lang, als das überschaubare Publikum die Treppe zum Dachgeschoss des Historischen Zentrums in Wuppertal-Barmen mit dem Familienhaus von Friedrich Engels hinaufklettert –, einen Moment lang scheint dieser Ort der ideale Platz, um wie weiland der junge Engels in seinen «Briefen aus dem Wuppertal» gegen die Folgen der Industrialisierung zu wettern....
Im Mai 2010 wurde sie wie ein Staatsakt gefeiert – die Wiedereröffnung des Teatro Colón in Buenos Aires. Doch schon kurz nach dem weltweit beachteten Paukenschlag breitete sich am größten und bekanntesten Opernhaus Südamerikas wieder jener lähmende Krämergeist aus, der einen nachhaltigen künstlerischen Aufschwung blockiert. Schon Ende 2010 warfen Streiks alle Pläne...
