So viel Zeit muss sein
Der graue Linoleumboden riecht nach Schulsport, die Neonröhren summen leise. Hier ein Plüschsofa, dort eine Schubkarre voll abgewetzter Männerschuhe. An den Wänden: Ballettstangen. Ein groß gewachsener Mann im Sakko kriecht auf allen Vieren in die Mitte des Raumes, beobachtet von einer kleinen älteren Frau, die hinter einem langen Holztisch verkehrt herum auf ihrem Stuhl hockt. Der Pianist greift in die Tasten und singt: «Mein Soohn Amfoortaas, bist du am Aaamt?». Die Frage gilt dem Mann am Boden. Der scheint an seinem vorläufigen Ziel angekommen – einem Podest aus Europaletten.
Der Bariton Mathias Hausmann, die Spielleiterin Verena Graubner und der stellvertretende Studienleiter Christian Hornef feilen im dritten Stock der Oper Leipzig an Wagners «Parsifal». Zehn Jahre ist es her, dass Roland Aesch-limanns Inszenierung Premiere feierte, seitdem ist sie regelmäßig im Spielplan – und muss, wie jetzt zu Ostern, immer wieder aufpoliert werden.
Hausmann hievt sich auf die Paletten und singt von Amfortas’ Todessehnen. Sein Blick verfestigt sich in der Ferne, sein Atem geht schwer. Die Qualen, hörbar in der Stimme, sichtbar in der Mimik – man kauft sie ihm ab, auch ohne Kostüm und ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Aus der Werkstatt, Seite 46
von Nora Sophie Kienast
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
Bühne
– Le Toréador: 2., 9.
– Die verkaufte Braut: 3., 6., 10.
Mörgens
– Gold!: 5.
Bad Aibling
opernbühne e. V.
Tel....
Kurz vor der Premiere macht ein Gerücht die Runde. Max Brands «Stormy Interlude» dauere nicht einmal vierzig Minuten, also spiele man das Stück gleich zweimal hintereinander. So etwas kannte man bisher eigentlich nur von Karlheinz Stockhausen, der vor allem bei Uraufführungen einzelner Szenen des «Licht»-Zyklus dem Publikum nach der Pause die Möglichkeit bieten...
Chris, du führst Liz jetzt rüber zu dem Tisch da. Die andern halten sie fest, du reißt ihr das Höschen runter, und dann legt Andrew los.»
«Ähm, was für ein Höschen hat sie denn?», frage ich. «Doch nicht so ein steifes Ding oder Strapsen-Salat?»
«Sie trägt zwei Paar. Eins für dich zum Ausziehen, und noch eins drunter, na, für sich halt. Wirst sehen, das flutscht.»
«Gu...
