So viel Kraft in ihr
In Dresden, der Stadt ihrer Uraufführung (1909), sorgte «Elektra» im Januar für einen glanzvollen Start ins Richard-Strauss-Jahr. Die musikalische Seite der neuen Produktion fand bei der Kritik einmütige Zustimmung. Nur wenige Monate später brachte die Deutsche Grammophon den Mitschnitt dieser Aufführung auf den Markt, der aus pragmatischen Gründen allerdings nicht in der Semperoper, sondern bei einem konzertanten Gastspiel in der Berliner Philharmonie entstand.
Die Messlatte für diese Veröffentlichung hing sehr hoch, denn 1960 hatte Karl Böhm das Werk mit der Dresdner Staatskapelle bei derselben Firma eingespielt, und diese Aufnahme hat – auch wegen der Protagonisten Inge Borkh, Jean Madeira und Dietrich Fischer-Dieskau – bis heute Referenzcharakter.
Christian Thielemann nimmt 54 Jahre später keine Gegenposition ein, sondern behauptet sich als Bewahrer der Tradition. In Tempo und Dynamik weicht er kaum von Böhm ab, lässt wie dieser die Staatskapelle in allen denkbaren Klangfarben aufblühen, hat Fingerspitzengefühl für die kammermusikalischen Finessen der Partitur, aber auch Sinn für die gewaltigen Klangentladungen. Und was das Wichtigste ist: Er deckt die Sänger nie zu, die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Salzburg und Bayreuth
Harry Kupfer inszeniert für die Salzburger Festspiele einen neuen «Rosenkavalier» – mit Krassimira Stoyanova, Mojca Erdmann und Sophie Koch (siehe Seite 79) in den weiblichen Hauptrollen. Natürlich sind wir auch dabei, wenn Marc-André Dalbavie in der Felsenreitschule seine neue Oper «Charlotte Salomon» aus der Taufe hebt und Sven-Eric Bechtolf...
Wieder einmal lag Streik in der Luft beim Festival d’Aix-en-Provence – und nicht nur dort. In Montpellier fielen im Juni alle Vorstellungen des dreiwöchigen Printemps des Comédiens aus. Die intermittents du spectacle, die zeitweise beschäftigten Künstler und Techniker, ohne die nichts läuft bei den großen Festivals im Süden Frankreichs, sind empört. Die...
Dass das alte, recht kleine Theater in Glyndebourne für Mozart ideal war, konnte man mit Fug und Recht behaupten. Der inzwischen 20 Jahre «alte» Neubau mit seinen 1200 Plätzen ist hingegen groß genug für einen ausgewachsenen «Rosenkavalier» (siehe OW 7/2014). Warum aber verstieg man sich darauf, Mozarts frühes dramma giocoso «La finta giardiniera» mit etlichen...
