Schwalbengesang
Der Sommer hatte soeben begonnen, da geschah das kleine Wunder: Im Seegebiet vor Rügens Kap Arkona wurde ein etwa zwölf Meter langer Buckelwal gesichtet. Ein Ornithologe habe das Tier zwei Stunden lang beobachtet und auf seiner verirrten Bahn durch das Meer verfolgt, hieß es in einem Zeitungsbericht. Warum er es tat, erklärte uns Unwissenden hernach ein richtiger Walforscher. Die Sichtung sei eine Sensation, ließ er verlauten, da zuletzt ein lebender Buckelwal vor dreißig Jahren vor der deutschen Ostseeküste aufgetaucht war. Was das mit Diana Damrau zu tun hat? Dazu gleich.
Was vermutlich nicht mal die Stimmforscher der Klassik wissen: Wollte man ein großartiger Opernsänger sein, wäre es durchaus empfehlenswert, die stimmlichen Qualitäten eines Buckelwals sein Eigen zu nennen. Denn dann sähe man sich in die günstige Lage gesetzt, so ziemlich alles singen zu können, was die Schöpfer klassischer Theatermusik seit Monteverdi zu Papier gebracht haben. Man wäre imstande, in fast allen erdenklichen Lagen vokale Wohlgefühle zu entwickeln und die selbigen in die Welt hinein (oder hinaus, je nach Blickwinkel) zu senden. Buckelwale gebieten über einen Stimmumfang von sieben Oktaven, das ...
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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Sängerin und Sänger des Jahres, Seite 10
von Jürgen Otten
Rexroth: Ich möchte mit einer Frage an Gerd Albrecht beginnen. Sie sind viel in der Welt herumgekommen, unter anderem haben Sie lange in Japan gearbeitet und waren von 1993 bis 1996 Chef der Tschechischen Philharmonie in Prag. Sind Sie im Ausland als deutscher Dirigent in einer führenden Position wahrgenommen worden, haben Sie sich als deutscher Künstler empfunden?
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Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde...
Tempo 80. Vielleicht auch nur Tempo 60. Im Zweifelsfall sogar Stillstand. Wer nach Essen will und über die A 40 kommt, egal ob aus westlicher oder östlicher Richtung, wird allenfalls zu mitternächtlicher Stunde ungestört Fahrt aufnehmen können. Viel zu sehen entlang der Brummi-Route gibt’s ohnehin nicht. Doch den Kulturpilgern ist das egal. Wer nicht gerade mit Bus...
