«Schönheit gibt's nicht ohne Köpfchen»
Frau Bumbry, Ihr Bühnenabschied liegt über 15 Jahre zurück. Warum haben Sie jetzt wieder angefangen?
Mein Abschied 1997 war ein Fehler. Ein überstürzter Entschluss. Ich wollte aufhören, weil ich gemerkt habe, dass fast alle meine Kollegen von damals tot waren oder sich zurückgezogen hatten. Ich hatte keine Freude mehr. Und ich hatte auch keine Lust, mit Leuten zu arbeiten, die über weniger Persönlichkeit und weniger Stimme verfügten, als ich es gewohnt war.
Ihre letzte Rolle war Klytämnestra in «Elektra»?
Aber nur, weil ich dem Intendanten in Lyon einen Gefallen tun wollte. Er hatte damals Eva Marton als Elektra und Jeannine Altmeyer als Chrysothemis. Eine sehr gute Besetzung! Also habe ich gesagt: Na gut. Eher widerwillig. Denn meine Stimme wird bei dieser Rolle immer nach unten gezogen. Das ist etwas, was mir schon 30 Jahre früher Probleme gemacht hatte. Die Gefahr liegt darin: Wenn man mit etwas Erfolg hat, wird man damit in aller Welt gebucht. Das wollte ich nicht. Also habe ich gesagt: Schluss jetzt. Das war nicht gut durchdacht. Aber man muss halt bei dem bleiben, was man einmal entschieden hat.
Es wurde Ihnen aber zu langweilig?
Angebote kamen immer noch. Zurückgekehrt bin ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Interview, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
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