Schöne Aussichten
Ein bisschen stolz sind sie schon, die Musikexperten in der Strasbourger Arte-Zentrale. Seit zehn Jahren ist Arte Concert, die digitale Plattform für Klassik, Oper, Jazz, Pop & Rock, Metal, Electronic, Weltmusik, Bühnenkunst und demnächst auch Barockes, auf Sendung – im Netz, umsonst und rund um die Uhr. Fast vier Millionen mal wurde zwischen September 2018 und August 2019 allein das Angebot der Rubik «Classical» aufgerufen. Im Bereich «Opera» waren es rund 1,5 Millionen Zugriffe.
Insgesamt liegen die Klick-Zahlen für die auf Arte Concert hinterlegten oder per Live-Stream verbreiteten Konzerte und Aufführungen im gleichen Zeitraum bei rund 21,6 Millionen. Tendenz steigend.
Kein Wunder: Aus knapp 1000 verschiedenen Programmen konnten Nutzer 2018 ihre persönlichen Favoriten wählen. Die meisten stehen drei bis sechs Monate zur Verfügung – in ganz Europa, teilweise sogar weltweit, und in sechs Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch). Damit gehört der Ende der 1980er-Jahre von François Mitterand und Helmut Kohl angeschobene Kultursender zu den im Internet reichweitenstärksten öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten Europas.
Unterdessen geht das mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2019
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Albrecht Thiemann
Im Anfang war das Wort: Weil Peter Seiffert erkrankt war, musste ein Einspringer für die männliche Hauptpartie in Richard Wagners «Handlung in drei Aufzügen» annonciert werden. Heiko Börner übernahm, war aber – womöglich durch den Nimbus des berühmten Kollegen eingeschüchtert oder mit der Inszenierung noch nicht vertraut – allzu konzentriert auf das Setzen und...
Der Weg der neueren Bildung geht von Humanität durch Nationalität zur Bestialität.» Als der österreichische Dramatiker Franz Grillparzer 1849 diese düstere Prognose stellte, konnte er nicht ahnen, welch grausige Wirklichkeit diese schon ein gutes halbes Jahrhundert später gewinnen würde: «Die letzten Tage der Menschheit» sah denn auch der Wiener Satiriker Karl...
Alfredo Casella (1883-1947) war ein Hauptvertreter der so genannten «generazione dell’ottanta», die sich radikal von der spätromantischen Wagner-Nachfolge wie vom italienischen Verismo abwandte und die Zukunft der Musik in der Rückbesinnung auf die alten Formen, in einem bewussten Klassizismus sah. Im Musiktheater bedeutete das eine Abkehr von mythologischen und...
