Schiller dekonstruiert
«Das Mädchen aus der Fremde» lautet der Titel eines Gedichtes von Friedrich Schiller. In diesem Jahr dreht sich alles um den Geistesheroen, der vor zweihundert Jahren starb. An der Schillerbühne zumal – denn so versteht sich das Mannheimer Nationaltheater. Der Abend, der um zwei Gedichte von Friedrich Schiller kreist, entstand als Auftragswerk der beiden Komponist/inn/en Isabel Mundry und Brice Pauset sowie der Choreografin Reinhild Hoffmann. «Der Tanz», der zweite Text, stand denn auch im Zentrum der Arbeit mit der Gattungsbezeichnung «Musik-Theater».
Eine «Oper» im eigentlichen Sinne ist es nicht: Es gibt keine Solisten, nur Chorensembles, zwei Schauspieler, Orchester und eine Balletttruppe. Eine Geschichte gibt’s nicht. Wie auch: Schillers Poem «Der Tanz» nimmt den Gesellschaftstanz als Modell der Gesellschaft schlechthin und fragt nach dem Zusammenhang von Freiheit und Regel: Die Choreografie ist die Ordnung, die individuelle Tanzvariation des einzelnen Paares die – relative – Freiheit. Dreimal wird auf der Bühne des Mannheimer Nationaltheaters dieselbe Choreografie gezeigt, mit minimalen Abweichungen. Da werden Bewegungen einstudiert, imitiert, paarweise, im Ensemble. Aus dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man wüsste es ja wirklich gern, was den Zauber der Musik ausmacht, von dem alle sprechen. Fredrik Zeller auch, sagt er zumindest. Magie und Musik will er kombinieren und hat darum ein «Musiktheater» geschrieben – wie sich in letzter Zeit die neuen Werke für die Opernbühne gern nennen –, das den schönen Titel «Zaubern» trägt. Es wurde als Auftragskomposition der...
Wenn zwei Königskinder sich trauen und der König dazu eine Oper bestellt, dann darf das Ganze, dem Anlass gemäß, nicht wild oder gar anstößig geraten. Für Georg Friedrich Händel half da 1736 in London ein Stoff, der uns heute beachtlich albern erscheint. Zwei Paare, die sich ihrer Zuneigung gewiss sind, stellen in zweieinhalb Stunden alles Mögliche an, um genau...
Beinahe unter der Hand ist in den letzten Jahren einer der wichtigsten Aufnahmezyklen der Operndiskografie herangewachsen: Die Einspielung der großen Gluck-Opern bei der Archiv Produktion kann sich durchaus mit dem Großprojekt der Aufnahme aller Vivaldi-Opern beim Label Opus 111 messen. In beiden Fällen wird das Qualitätsniveau dadurch gehalten, dass verschiedene...
