Schadensbegrenzung
Es ist das alte Lied: Hinterher will es niemand gewesen sein. Steckt der Karren erst mal im Dreck, fragen sich alle mit ernster Unschuldsmiene, wie er wohl dahin gekommen ist. Dann hebt die Suche nach den Schuldigen an, und dabei wird der Zeigefinger gern auf Mitfahrer gerichtet, die erst aufgesprungen sind, als das Gefährt längst auf falschem Kurs war. In diesem Stadium wird viel und aufgeregt geredet – selten miteinander, umso mehr übereinander. Wenn nun noch Marktschreier auftreten, die für die eine oder andere Partei Stimmung machen, ist die Malaise perfekt.
So wie in Leipzig. An den jüngsten Turbulenzen um die dortige Oper lässt sich exemplarisch ablesen, wie dieser Mechanismus funktioniert. Da bestellt die Stadt einen Star-Dirigenten zum Generalmusikdirektor der Oper, der nie einen Zweifel daran ließ, dass er den Schwerpunkt seiner Arbeit als Konzertkapellmeister des Gewandhausorchesters sieht. «Die Verabredung mit dem Oberbürgermeister war, dass in Abstimmung mit dem Orchestervorstand und mir ein Musikdirektor und ein Ständiger Gastdirigent verpflichtet werden, die sich um die Opernarbeit des Orchesters kümmern», erklärt Riccardo Chailly im Gespräch mit dieser Zeitschrift. ...
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Die Nornen sind zwar, wie üblich, grau und grämlich, doch tragen sie Schleier und andeutungsweise orientalische Gewänder, auch sind ihrer mehr als nur drei. In einem düsteren Keller voller altmodischer Röhrenbildschirme, auf denen Kolonnen von Buchstaben und Zahlen flimmern, operieren sie nicht mit einem Seil, sondern den Kabeln eines Computer-Servers. Am Ende...
Im Jahr seines 150. Geburtstages scheint Giacomo Puccini immer noch kaum über den Ruf eines preiswerten Pralinenlieferanten hinausgekommen. Für die verschiedenen Versionen seiner Opern, für Früh- und Nebenwerke interessiert sich kaum jemand. Wie anders wäre es zu erklären, dass die wiederentdeckte Urfassung von Puccinis «Edgar» – mit fast vierzig Minuten neuer,...
Dolly war nur der Anfang; jetzt klonen sie bereits Groucho Marx. Zumindest schien der Komiker Ende Juni in vielfacher Ausführung durch Foyer und Zuschauerraum des Grazer Schauspielhauses zu wuseln und sich auch auf der Bühne an mehreren Klavieren gleichzeitig zu betätigen: Männer mit schwarzen Perücken und ebensolchen aufgeklebten Schnäuzern. Perplex der...
