Schachtelkopfkino
Man sieht, was Rainer Sellmaier jetzt für Tobias Kratzers «Hoffmann» gebaut hat, immer häufiger: das Verkasteln des Bühnenraums in simultane Spielorte. Das ist gut, wenn es um die szenische Analyse eines mehrschichtigen Geschehens geht. Dass Offenbachs und Barbiers Hoffmann-Komplex zu diesen Stücken zählt, daran kann kein Zweifel bestehen. Schade bloß, dass wir einen langen Abend lang im zentralen Schachtelraum immer in ein etwas steril beleuchtetes Künstlerstudio schauen müssen.
Darin steht auch ein schäbiges Klavier, aber eigentlich macht dieser Hoffmann irgendetwas mit Foto und Grafik. Gerade hat er wohl eine «Stella»-Serie in Arbeit, aber meistens liegt er trunken auf dem Bett; seine trist-bohèmistischen Freunde schauen mal vorbei, es gibt Pizza und Bier und nebenbei was von Klein Zack. Doch zu Hoffmanns Glück kümmert sich seine Muse um ihn. Sie kann einem leidtun, so unermüdlich sie hier aufräumt, sorgt und die Hände ringt, weil ihr Künstler sich dauernd in neue katastrophale Liebestrips stürzt und am Ende, in Giuliettas Underground der Laster, sogar an der Nadel hängt. Aber sie liebt ihn ja.
Tapfer singt Irene Roberts gegen die Blässe ihrer Figur an. Gegen die strahlenden ...
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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Holger Noltze
Wenn man auf meinen Grabstein schriebe Hier ruht Francis Poulenc, der Musiker von Apollinaire und Éluard, so wäre das wohl mein schönster Ehrentitel», hat Poulenc einmal geäußert. Fast die Hälfte seiner 150 Lieder benutzt Texte der beiden großen Lyriker Guillaume Apollinaire (1880-1918) und Paul Éluard (1895-1952). Die Verbindung zwischen Wort und Ton ist dabei so...
alpha
01.07. – 20.15 Uhr
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Porträt der israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff, deren Oper «Die Banalität der Liebe» im Januar in Regensburg erfolgreich uraufgeführt wurde (siehe OW 3/2018).
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Wer hat Lenski auf dem Gewissen? Eigentlich eine Frage, die man gar nicht stellen muss. Sowohl aus der Puschkin-Vorlage als auch aus Tschaikowskys Oper geht schließlich klar hervor, dass Onegin ihn getötet hat. Warum aber fordert Lenski seinen besten Freund überhaupt zum Duell? Sicher nicht, weil er ernsthaft befürchtet, Onegin könnte ihm die Verlobte ausspannen....
