Sandkastenspiele
Auch wenn jeder Opernfreund Cherubinis «Médée» in der Interpretation von Maria Callas kennt – man hat doch relativ selten die Gelegenheit, dem Werk auf der Bühne zu begegnen. Noch dazu in der französischen Originalfassung! Für ein kleines Theater wie in Ulm erfordert es Neugier und Mut, das auf den Spielplan zu setzen. Ungewohntes Repertoire verträgt, zumal in der Provinz, Behutsamkeit im Szenischen: Der mit dem Haus vertraute Gastregisseur Igor Folwill setzte auf einen (auch in der Choreografie) klassizistischen Darstellungsstil, der mit vorsichtigen Modernismen verfremdet wurde.
«Jason, ich fordere meine Kinder», steht wie mit Blut geschrieben auf einem transparenten Zwischenvorhang. Und diese Kinder sieht man schon beim Einlass in einem großen Sandkasten spielen, der sich im Zentrum der Bühne (Hartmut Holz) befindet und durch Flutlicht-Scheinwerfer wie eine Arena angestrahlt ist. Was sich dann drei Akte lang rund um diesen Sandkasten abspielt, liegt auch näher beim Kindertheater als bei der antiken Tragödie. Man kann sie nicht wirklich ernst nehmen, die Herren, die da furchtbare Drohungen gegen Médée ausstoßen: den alternden und albern herumtänzelnden Playboy Jason und den nur ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Ekkehard Pluta
Peter Konwitschny (Regisseur): Woher kommt unser Theater? Es ist in Griechenland entstanden. Und zwar in Zusammenhang mit der Entstehung der Polis, einer demokratischen Verfassung, des Staates. Im Zentrum stand der Dialog. Alle freien Bürger gingen ins Theater und diskutierten über das, was sie gesehen hatten. «Die Perser» zum Beispiel. Oder «Antigone». Das war...
Ob das Städtchen wirklich existiert, jener Küstenort, zu dem der Pariser Buchhändler Michel sich aufmacht? Den Bahnhof, auf dem er ankam, gibt’s schließlich bald auch nicht mehr. Michel ruht nicht eher, bis er die junge Frau wiederfindet, die er drei Jahre zuvor hat singen hören: ein Liebeslied, das durch ihr geöffnetes Fenster zu ihm drang. Doch womöglich ist auch...
Italienische Schuhe sind für konzertante Opernaufführungen einfach nicht gemacht. Klick, klack, klick, klack. Vom Kontrollmitschnitt der «Aida» unter Antonio Pappano wird Warner für die CD-Veröffentlichung (geplant für Oktober) nicht viel verwenden können – aufgrund der geräuschvollen Auf- und Abtritte Anja Harteros’, Jonas Kaufmanns und der übrigen Solisten....
