Rund um den Musikpavillon
Operation gelungen, Patient tot, heißt das Fazit des musikalisch stimmigen, aber szenisch gänzlich missratenen Abends, mit dem Albrecht Puhlmann die von seinem Vorgänger Klaus Zehelein initiierte Auseinandersetzung mit der musikalischen Avantgarde aufgreift und fortschreibt. Bruno Madernas 1964 in Venedig uraufgeführter «Hyperion» ist keine Oper, sondern – so der Untertitel – «Lyrik in theatralischer Form», offenes Kunstwerk also und gleichzeitig ein «work in progress».
Anregen ließ sich Maderna von Hölderlins Roman «Hyperion» und dem dort gestalteten Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft. Madernas Musik erzählt allerdings keine linear verlaufende Handlung, sondern verwandelt die Vorlage in ein Kraftfeld musikalischer Imagination. Protagonist ist der «Flauto poeta», der Flöten-Dichter, der nicht in Worten, sondern in Tönen spricht, während die Vokalsolistin als eine Art Wiedergängerin Hölderlins Diotima verkörpert. Zu diesem Zweck hat Maderna bereits existierende Musik – Orchesterstücke, Chorsätze, Flötensoli und eine veritable Arie – zusammengefügt, sie bei späteren Aufführungen aber ebenso flexibel wieder umgestellt, ergänzt und überarbeitet. Regisseur Karsten Wiegand und ...
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Der mächtigste Mann im größten Opernbetrieb der Welt schmunzelt süffisant. Er habe sieben Gewerkschaften, lässt er uns während der Pause in einer Bühnengasse der Opera Bastille wissen. Fast klingt es, als spräche er von sieben Liebhabern. Und als sei alles ganz normal, nämlich so, wie es mit Liebhabern eben ist: Für die meisten bleibt Nehmen seliger als Geben;...
Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh’n. Nicht nur als Sprachübung ist Iberien seit Langem auf der Musiktheaterbühne präsent, sondern in vielen anderen Facetten, als Schauplatz zahlloser Opernhandlungen von «Carmen» bis zu Udo Zimmermanns «Die wundersame Schustersfrau», durch zahlreiche renommierte Sänger von de los Angeles, Alvarez (Carlos und Marcelo),...
Eine Repertoire-Vorstellung. Dennoch lautstarker Beifall. Nun ist bei Hans-Jürgen Schöpflin von einer ganz und gar erfüllten Darstellung des Gustav Aschenbach zu sprechen. Sicher auch einer etwas untypischen, denn sein Aschenbach hadert nicht mit der Last des Alters, steht noch in besten Mannesjahren, was die «gesunde» Belcanto-Manier des Sängers unterstreicht....
