Raritäten, Kalamitäten
Kurz vor dem Ende der letzten Spielzeit hatte es nach chaotischem Vorlauf doch noch geklappt: Der Sieben-Stunden-Kurz-«Ring» des Teatro Colón ging mit großem Tamtam über die Bühne (siehe auch Seite 32). Doch waren es in den Medien weniger beachtete Produktionen, die in Buenos Aires für frische Opernerlebnisse sorgten: Enescus «Oedipe» und Szymanowskis «Hagith» etwa, Händels «Rinaldo» und Mercadantes «I due Figaro».
In der aktuellen Spielzeit will Südamerikas größtes Opernhaus nicht nur mit einem argentinischen Opus punkten – «Bebe Dom o la Ciudad Planeta» von Mario Perusso. Als echte Rarität darf das Rachmaninow-Doppelprogramm mit dessen Opernerstling «Aleko» sowie «Francesca da Rimini» gelten. Zudem standen bzw. stehen neue Produktionen von Strauss’ «Frau ohne Schatten», die erste seit 34 Jahren, und von Verdis «Otello» auf dem Programm – mit José Cura in der Titelrolle (wie bereits 1999), der nun auch Regie führt.
Dank erfahrener, formidabler Strauss-Interpreten wie Manuela Uhl, Elena Pankratova, Iris Vermillion, Stephen Gould und Jukka Rasilainen wurde «Die Frau ohne Schatten» unter der musikalischen Leitung des kürzlich zum Principal Conductor des Colón-Orchesters ernannten Ira ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Pablo Bardin
Der 9. Dezember 1978 war nicht nur für Zürich ein wichtiges Datum. Etliches verschwimmt im Gedächtnis, eines aber nicht: der Erstauftritt einer nicht ganz 32-jährigen Sängerin am Ort. Wer damals Edita Gruberova als Zerbinetta erlebte, erinnert sich unweigerlich an ein einzigartiges Koloratur-Feuerwerk, das weniger Selbstzweck war, als dass es die tatsächliche...
Frau Kurzak, eine Rolle wie Donizettis Regimentstochter macht Ihnen an Unverschämtheit und Witz derzeit kaum jemand nach. Selbst Natalie Dessay wirkte kühler, Edita Gruberova hatte etwas Automatenhaftes, und Joan Sutherland gab mehr das Zirkuspferd. An wem haben Sie sich orientiert?
Allenfalls an Mariella Devia. Sie gehört zu meinen Vorbildern. Wenn gelacht wird,...
Die CD eingelegt, den Startknopf gedrückt, und schon können wir sie vor uns sehen, die Runde unternehmungsfroher Sänger, ums Fortepiano geschart zur Schubertiade. Wir meinen zwischen den Titeln das Rascheln von Notenblättern zu ahnen, Gelächter, Geplauder. Sei’s in einer Wiener Wohnung, oder eben im Berliner Teldex Studio. Keine Frage: Atmosphärisch ist sie, diese...
